Kulturbund Bad Hersfeld e. V.





gegr. am 18. April. 1947 im Rathaussitzungssaal

Zusammengestellt von Konrad Lipphardt, Bad Hersfeld im Jahre 2007




Bild 1: Kulturbund Bad Hersfeld e. V.






Bild 2: 60 Jahre Kulturbund



Am 22. 04. 2007 feierte der Kulturbund Bad Hersfeld sein 60-jähriges Bestehen. Wenn ein Verein 60 Jahre überdauert und den Bürgern dieser Stadt und der Umgebung immer wieder mit anspruchsvollen Vorträgen und auch anderen Veranstaltungen Kultur in ihrer faszinierenden Breite nahe gebracht hat, dann war dies sicher ein Grund zum Feiern. Der Kulturbund wurde offiziell am 18. April 1947 im Rathaussaal gegründet und eine erste Satzung erstellt. Der erste Vorsitzende war der damalige Bürgermeister Dr. Fritz Brühl. Er schreibt in einem Beitrag für den Klosterboten im Juli 1978: "Schon im ersten Winter 1945/46 gastierte das Stuttgarter Kammerorchester unter Münchinger in dem damals Kulturhalle genannten Bau. Um eine Kontaktstelle für derlei Gastspiele zu haben, gründete ich zusammen mit Dr. Fischer und anderen "einschlägigen" Mitbürgern den „Kulturbund", dem es schon bald gelang, einigermaßen kontinuierlich Marburger und Göttinger Professoren zu Vorlesungen über Geschichte, Literatur und Naturwissenschaft einzuladen." Der Klosterbote ist, wie die Hersfelder wissen, die Zeitschrift der Vereinigung ehemaliger Schüler der Alten Klosterschule und der Modellschule Obersberg. Bereits kurz nach dem Kriege also hatten sich kulturell und Theater interessierte Bürger zusammengefunden. Welche Bedeutung der Kulturbund schon bereits kurz nach seiner Gründung für das kulturelle Leben in Bad Hersfeld hatte, darüber berichtet auch Hans-Georg Vöge, der ehemalige Leiter der städtischen Finanzverwaltung, in seinem Beitrag zum Buch "Die große Faszination" über die Bad Hersfelder Festspiele.


Bild 3: Faust I - 1949



Er schreibt: "Hierbei sei an die kulturellen Schwerpunkte, die der damalige 1. Vorsitzende, Bürgermeister Dr. Brühl, setzte, erinnert. ........... Sein Nachfolger im Amt des Bürgermeisters und dann auch als 1. Vorsitzender des Kulturbundes, Dr. Jansen, befasste sich nun mit den kulturellen Bestrebungen. Prof. Dr. Ulbrich (Das war der ehemalige Leiter des Preußischen Staatstheaters Kassel, der schon vor dem Krieg Goethes Faust I in der Stiftsruine zur Aufführung gebracht hatte) wurde auf Anregung von Musikdirektor Hans Petsch und dem 1. Vorsitzenden Dr. Jansen ermuntert, wieder in der Stiftsruine zu inszenieren. Man dachte dabei daran, wie gerade Faust die Stiftsruine theatermäßig belebt hatte."


Bild 4: Faust I - 1949



Da die Nachkriegslasten für die Stadt erheblich waren, wurde dieses Ansinnen vom Magistrat jedoch abgelehnt, denn die Einwohnerzahl war wegen der Heimatvertriebenen von 13 000 auf 24 000 angewachsen. Vöge schreibt weiter: "Wohnungen mussten gebaut werden, Unterrichtsräume fehlten, das Steueraufkommen war gering und der städtische Haushalt war sehr Not leidend. In solch belasteter Situation kann man die Entscheidung verstehen. Jedoch bildete sich eine „Interessengemeinschaft "aus Kulturbund, Kulturausschuss des Amerikahauses sowie anderen Bürgern der Stadt, die erneut die Festspielidee aufgriffen und die Stadt bat, als Rechtsträger aufzutreten." Und so ist es ja dann auch gekommen. Doch Von den Festspielen wieder zurück zum Kulturbund. Seit dem 11. Dezember 1952 ist der Kulturbund ein eingetragener Verein. Er hat heute etwa 120 Mitglieder. Die Vorsitzenden des Kulturbundes waren in der Reihenfolge seit der Gründung,


Bild 5: Dr. Fritz Brühl



wie schon gesagt, der Mitbegründer Bürgermeister Dr. Fritz Brühl,


Bild 6: Dr. Otto Jansen



danach Bürgermeister Dr. Otto Jansen,


Bild 7: Werner Hessemer



Bürgermeister Werner Hessemer,


Bild 8: Dr. Otto Bramm



der Kunsthistoriker Dr. Otto Bramm,


Bild 9: Dr. Hans Bernhardt



Dr. Hans Bernhardt,


Bild 10: Luise Tönsmann



von 1981 an Luise Tönsmann,


Bild 11: Josef Steinkuhl



seit 1996 dann Josef Steinkuhl,


Bild 12: Hartmut H. Boehmer



seit dem 23. März 2004 Bürgermeister Hartmut H. Boehmer,


Bild 13: Konrad Lipphardt



seit dem 04. April 2006 Konrad Lipphardt

Bild 14: Karl-Heinz Barthelmes



und ab dem 17. März 2011 ist Karl-Heinz Barthelmes Vorsitzender.


Aufgabe und Zweck unseres Vereins ist es laut Satzung, Wissenschaft und Bildung, Kunst und Kultur zu fördern. Der Kulturbund ist der Meinung, dass in unserer Gesellschaft, die von Event zu Event eilt und kulturelle und sonstige Ereignisse nur noch zu konsumieren scheint, es auch Gruppen geben muss, die Wissen und Bildung, eben Kultur, vermitteln wollen. Das alles geschieht selbstverständlich ehrenamtlich.


Seit seiner Gründung bietet der Kulturbund also ein attraktives Programm mit Vorträgen aus den Naturwissenschaften, Kunst, Gegenwartsproblemen und anspruchsvollen Reiseberichten, wie auch die Programm für die Winterhalbjahre jeweils beweisen. Die Bilder, die jetzt folgen, sind selbstverständlich nur eine Auswahl und keine Wertung. In den Anfangsjahren gab es sehr viele Dichterlesungen, wie man beim Durchblättern der Unterlagen des Kulturbundes feststellen kann. So heißt es auch im Bad Hersfelder Jahresheft von 1966: "Die literarische Arbeit hat an der Wiege des Kulturbundes Pate gestanden. ..." Im Jahre 1949 las Agnes Miegel,


Bild 15: Ina Seidel



1950 Ina Seidel,


Bild 16: Manfred Hausmann



1951 Manfred Hausmann,


Bild 17: Werner Bergengruen



1952 Werner Bergengruen, 1953 Eugen Roth, 1955 lasen Rudolf Hagelstange und Heinrich Waggerl, 1959 Luise Rinser und


Bild 18: Heinrich Böll



1961 Heinrich Böll, um nur einige zu nennen.


Bild 19: Prof. Dr. Otto Hahn



Für den Bereich der Naturwissenschaften ist ein Vortrag des Nobelpreisträgers Prof. Dr. Otto Hahn vom November 1950 zu nennen. Das Thema des Vortrages war damals "Die Nutzbarmachung der Atomenergie, Zerstörung oder Aufbau?" Diese Frage ist auch heute mehr als ein halbes Jahrhundert danach noch nicht abschließend beantwortet. Die Veranstaltungen, die jeweils im Winterhalbjahr stattfinden, werden jeweils durchschnittlich von 80 bis 90 Mitgliedern und Gästen besucht. Bei Veranstaltungen in der Stadthalle kommen u. U. auch mehr als 200 Besucher.


Bild 20: Günter Wamser



Man wird sich z. B. an den Vortrag von Günter Wamser vom November 2006 erinnern, der von seinem Abenteuerritt von Feuerland bis Mexiko berichtete und damit die Stadthalle füllte. Es gibt Felder und Bereiche, auf denen der Kulturbund stärker ist als andere Anbieter von Vorträgen, also kommerzielle Veranstalter, die zuweilen als Konkurrenten auftreten. Zu diesen Stärken gehörten in der letzten Zeit z. B. Vorträge zur Literatur, so ein Vortrag von Sabine Kirschner zum historischen Faust. Der Kulturbund hatte Vorträge zu Musik, Malerei und Architektur, so über


Bild 21: Dieter Reuscher



Mozart (Dieter Reuscher) , Lionel Feininger, Gustaf Klimt, Palladio, Francisco Goya und die Worpsweder Maler, um wieder nur einige zu nennen. Er bietet und bot Wissenschaftsthemen, die von ausgewiesenen Fachleuten auf ihrem Gebiet vorgestellt wurden. Zu erinnern ist z. B. an das Seminarwochenende vom Jahr 2006,


Bild 22: Was ist der Mensch?



an dem eine Theologin, ein Genetiker


Bild 23: Dr. Ulrich Hofmann



und ein Informatiker höchst unterschiedliche Antworten auf die Frage nach dem Wesen des Menschen gaben. Der Biologe


Bild 24: Dr. Friedrich Buer



und Pharmakologe Dr. Friedrich Buer sprach über die Möglichkeiten der Wissenschaft das menschliche Leben zu verlängern. Zur Einstimmung auf die Festspiele zeigt der Kulturbund in Zusammenarbeit mit dem Kinocenter Filme, die sich durch hohen künstlerischen Wert auszeichnen oder wegen ihres Alters heute nicht mehr gezeigt werden. Der Kulturbund ermöglicht so auch ein Wiedersehen mit Filmklassikern. Die Mitglieder des Kulturbundes wissen, dass die Vorträge aktuell sind und, soweit sie die Wissenschaften betreffen, den letzten Forschungsstand repräsentieren. Reiseberichte gibt es natürlich auch. Sie sind bei den Besuchern unserer Veranstaltungen besonders beliebt.


Bild 25: Arved Fuchs



Zu erinnern ist an die Veranstaltung mit Arved Fuchs im Jahre 2005. Sein Bericht "Vom Feuer ins Eis" über seine Nordwest-Passage in den Jahren 2003 und 2004 war ein großer Erfolg. Den Vortrag von Günter Wamser vom Herbst 2006 wurde bereits erwähnt.


Bild 26: Dr. Albrecht Ziburski



Dr. Albrecht Ziburski berichtete zu dem Thema "Gartenträume in England und Cornwall" im Januar 2006, was sogleich einige veranlasste, auf den Spuren Rosamunde Pilchers zu wandeln.


Bild 27: Dr. Annette Steudel



Dr. Annette Steudel, Theologin und Qumran-Forscherin aus Göttingen berichtete unter dem Titel "Höhlen in der Wüste" im September 2006 über die Funde alttestamentlicher Texte in den Höhlen Palästinas.


Bild 28: Maximilian Küthe



Maximilian Küthe wurde etwas philosophisch und sprach zum Thema "Die Zeit und der Mensch" im September 2006.


Bild 29: Prof. Dr. Albrecht Beutelsbacher



Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, der Gründer des weltweit ersten Mathematikmuseums in Gießen fragte, ob die Mathematik ein Glasperlenspiel oder Weltdeutung sei. Prof. Dr. Horst Malberg referierte zum aktuellen Thema "Treibhauseffekt".


Bild 30: Peter Butzke



Peter Butzke stellte uns im Dezember 2006 mit eindrucksvollen Bildern den "Jakobsweg" vor und füllte die Stadthalle,


Bild 31: Peter Gebhard



Peter Gebhard berichtete über "Island - Insel aus Feuer und Eis" im Februar dieses Jahres 2007 und Dirk Bleyer berichtete über 2 ½ Jahre Abenteuer in Afrika. Für die nächste Saison sind weitere derartige Vorträge vorgesehen, wie Sie den Programmen entnehmen können. Das heißt, der Kulturbund bietet pro Saison ca. zehn Veranstaltungen. Zusätzlich bieten wir noch Sonderveranstaltungen an.


An dieser Stelle und zum guten Schluss sei auch unseren Förderern gedankt, die durch finanzielle Unterstützung oder durch Sachsponsoring den Kulturbund unterstützen oder bestimmte Veranstaltungen erst ermöglichen. Der Kulturbund ist auf diese Unterstützung angewiesen und könnte ohne sie sicherlich nicht das Programm bieten, was man von ihm gewohnt ist und was unsere Mitglieder und Gäste von ihm erwarten.




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Konrad.Lipphardt@t-online.de



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