Bad Hersfelds Geschichte in seinen Straßennamen


Ergebnisse der Projektwoche der Konrad-Duden-Schule Bad Hersfeld
vom 21. bis 25. 06. 2004, seither ständig erweitert und angereichert mit historischen Fotos



Mitarbeiter am Projekt: Felix Apel, Dominik Beck, Markus Becker, Christoph Haas, Lisa Hebebrand, Eva Hendriks, Lukas Höptner, Michael Kaufmann, Ina Kräutler, Elena Krutsch, Lisa Lenz, Kevin Maas, Yvonne Makiola, Nico Melchert, Lars Mertelmeyer, Julia-Maria Moser, Katharina Moser, Michael Neusel, Olga Pfannenstiel, Eric Pilotto, Marielle Quentel, Marie Reichhardt, Marc-Tobias Sasse, Katharina Schiefke, Christina Scholz, Simon Seeliger, Sebastian Stutz, Sebastian Trapp, Stefanie Völker, Thomas Krilleke, Konrad Lipphardt.







Historische Straßennamen in Bad Hersfeld:

Abteiweg, Abt-Michael-Straße, Alter Kirchweg, Am Frauenberg, Am Markt, Am Perfort, Am Rainchen, Am Treppchen, An der Obergeis, An der Untergeis, Antoniengasse, Badestube, Benno-Schilde-Straße, Breitenstraße, Brink, Brüdergasse, Burggasse, Dudenstraße, Eisfeld, Enge Gasse, Fiddelhof, Hainstraße, Hanfsack, Hinterer Steingraben, Hospitalgasse, Johannesstraße, Johannestor, Kaplangasse, Kirchplatz, Klausstraße, Klaustor, Löhrgasse, Marktplatz, Mistegasse, Neumarkt, Obere Frauenstraße, Peterstor, Pfeifergasse, Ransen, Rennhöfchen, Rittergasse, Rosengasse, Rosmariengasse, Schlippental, Südtor, Uffhäuser Straße, Unter den Hütten, Untere Frauenstraße, Vlämenweg, Vorderer Steingraben, Wallengasse, Webergasse, Weinstraße



Straßen, die auf historisch bedeutsame Ereignisse hinweisen:

Am Heyrings, Gerwigstraße, Lullusstraße, Simon-Haune-Straße, Sternerstraße, Wigbertstraße, Wittastraße.





Linggplatz



Vorwort

In den Straßennamen ist noch heute sichtbar, was jeweils vor Ort geschah, wie die Menschen früher dachten, lebten und arbeiteten. Wir beschränken uns deshalb weitestgehend auf den Bereich des Stadtkerns inerhalb des alten Stadtmauerrings, wo die Straßennamen von historischer Bedeutung sind. Die Straßen der Außenbezirke werden nur insoweit berücksichtigt, als ihre Namen historischen Ursprungs sind oder ihre Bedeutung nicht mehr ohne weiteres erkennbar ist. Die Straßennamen der verschiedenen eingemeindeten Ortsteile werden nicht berücksichtigt. Straßennamen, die sich selbst erklären, werden ebenfalls nicht aufgeführt. Sie finden sich vor allem in Neubaugebieten wie etwa auf dem Johannesberg, wo die Straßen nach Büschen und Bäumen benannt wurden.





Historische Straßennamen in Bad Hersfeld:

Abteiweg: Er beginnt zwischen Eichhofstraße und Nachtigallenstraße und führt in den Stiftsbezirk hinein, also in die ehemalige Abtei.

Abt-Michael-Straße: Michael Landgraf war Abt von 1556-1571. Durch die Gründung des Gymnasiums hat er seinen Namen für alle Zeiten mit dieser Anstalt verknüpft. Zum Sitze dieser lateinischen Schule bestimmte er das nach der Reformation frei gewordene Barfüßer-Kloster mit Zubehör. Zu ihrer Unterhaltung verbriefte er die Summe von 40.000 Fl von seinem Eigentum. Das Gymnasium hieß zuletzt "Alte Klosterschule". Heute befindet sich in den Gebäuden die "Konrad-Duden-Schule", eine schulformbezogene Gesamtschule. Abt Michael starb schon im Jahre 1571. Nach ihm wurde die Abt -Michael-Straße benannt, die von der Brüdergasse zur Hainstraße führt. (Siehe auch Neumarkt)

Alter Kirchweg: Der alte Kirchenweg führt vom Rand der Innenstadt zur ehemaligen Kirche am Frauenberg. 850 n. Chr. wurde der Kirchenbau vollendet. Reste der Kirchenruine wurden in einen Kapellenneubau einbezogen. (Siehe auch Am Frauenberg).

Am Frauenberg: Da es den Frauen der Klosterhörigen und der Neusiedler bei dem Kloster nicht erlaubt war, das Gotteshaus der Mönche zu betreten, weil es innerhalb der klösterlichen Klausur lag, erbaute man um 800 n. Chr. ein Kirchlein auf einer Anhöhe oberhalb des Klosters. Es war der Gottesmutter „Unserer lieben Frau“ geweiht und gab daher auch dem Berg seinen Namen: „Frauenberg“. Jahrhunderte war hier ein Zentrum christlichen Lebens. Da die Siedlung, die neben dem Kloster erwachsen war, immer größer wurde und die kleine Kapelle nun nicht mehr genügte, baute man um 1100 eine größere Kirche. Die Siedlung erwuchs zur Stadt und deren Bürger wollten nun nicht mehr aus ihren Stadtmauern hinaus und auf den Frauenberg gehen, um den Gottesdienst zu besuchen. So bauten sie dann nach und nach ihre große Stadtkirche mit ihrem mächtigen Turm, der Zeuge ihres bürgerlichen Reichtums war. Die Kirche auf dem Frauenberg aber wurde später zu einer Klause für freiwillig dienende Frauen und Mädchen (Beginen), die sich ohne Ordensregel zum Dienst an Armen und Kranken zusammen fanden. Hauptsächlich wurden bedürftige alte Frauen betreut. Noch später werden die „Klausnerinnen“ auf dem Frauenberg erwähnt, aber schon 1608 erscheint die Klause auf dem Kupferstich von Dillich als Ruine. Von dieser zweiten Kirche sind noch Reste des spätromanischen Ostchores vorhanden, die 1958 in den Bau einer neuen Kapelle einbezogen wurden, die der Jugendbildungsstätte der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck als Andachtsraum dient.



Ruinenreste der alten Kirche am Frauenberg




Die Ruinenreste der alten Kirche am Frauenberg wurden in den Kapellenneubau einbezogen


Am Markt:"Am Markt" wurde so genannt, weil die Straße um den Marktplatz herum führt. Die Häuser am Marktplatz, der früheren "Ebenheit" waren zunächst von Ministerialen und anderen Amtspersonen und nicht von Bürgern der Marktsiedlung (der späteren Stadt Hersfeld) bewohnt. Dazu zählen etwa die alte Münze der Reichsabtei Am Markt 29 (nach Mozer) oder die später umgestalteten Häuser des Kammerhofs (Vergl. Kulturdenkmäler in Hessen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg III, Stadt Bad Hersfeld, herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Thomas Wiegand) (Siehe auch Marktplatz)



Marktplatz (früher Ebenheit)




Am Markt (Nordostecke)




Massivhäuser aus dem 13. Jhd., im Kern gotisch, nach Umbau gegen Ende des 16. Jhds. mit Renaissancegiebel an der Nordostseite des Marktes. (rechts die "Alte Münze")




Fachwerk-Rähmbau an der Nordwestseite des Marktplatzes.




Ehemalige Häuser des "Kammerhofs", links ehemaliges "Burgmannenhaus", in der Mitte ehemaliges Anwesen des Kanzlers Heinrich Lersner.




Fachwerkhäuser mit dreifach gebogten Schmuckgiebeln.


Am Perfort: "Perforts" sind so genannte Wachttürme, die in Bad Hersfeld dem Verbindungsweg zwischen dem „Vorderen" und dem „Hinteren Lierloch" den Namen „Am Perfort" gegeben haben. Dieser Wachtturm sicherte die Wasserversorgung der Stadt. Das "Wilde Wässerchen" führte an dieser Stelle unter der Stadtmauer in die Stadt hinein. Der Turm verfiel und so setzte man ihm ein Stockwerk aus Fachwerk auf. Heute kann man den restaurierten Turm für Übernachtungen mieten. Er liegt zwischen Burggasse und Stadtmauer. Die heutige volkstümliche Namensform ist aus Mittelhochdeutsch „bergfrede", oder „bergfrid" entstanden. Sie wurde durch Assimilation zu „Berfert" und „Perfort" umgewandelt. (Siehe auch Ransen und Uffhäuser Straße) (vergl.: wikipedia.org, "Liste von Straßen und Plätzen in Bad Hersfeld")



Ehemaliger Wachtturm in der Straße Am Perfort




Stadthotel in der Straße Am Perfort mit Resten der Stadtmauer von der Leonhard-Müller-Anlage aus gesehen


Am Rainchen: Das Rainchen ist eine Verbindungsgasse von der unteren Frauenstraße zur (ersten, ältesten) Stadtmauer hin, die am Hang der Hochfläche entlang führte, auf der Hersfeld erbaut wurde.



Am Rainchen


Am Treppchen: Um den Höhenunterschied zwischen dem Kirchplatz und dem Rathausvorplatz zu überwinden, legte man ein Treppchen an. Der vorbeiführende Straßenabschnitt wurde deshalb "Am Treppchen" genannt.


Rathaus mit Treppchen (rechts unter dem Torbogen)


An der linken oberen Ecke des Rathauses wurde die Nachbildung des von einem Armbrustschuß durchbohrten Helmes des Ritters Eberhard von Engern aufgehängt, der beim Versuch der Sternerritter, die Stadt zu erstümen, von einem Hersfelder Bürger erschossen worden war. Das Original des Helmes ist im Heimatmuseum im Stiftsbezirk ausgestellt. Der Angriff der Sternerritter in der Nacht vom 27. auf den 28. April 1378 wurde abgewehrt und der besagte Helm als Siegestrophäe am Rathaus aufgehängt. (Siehe auch Sternerstraße)

Das Rathaus wurde urkundlich erstmals im Jahre 1371 erwähnt und liegt zwischen Kirchplatz und Weinstraße. Der ursprünglich gotische Bau wurde in den Jahren um 1607 bis 1612 auf vier Stockwerke erhöht und mit einer einheitlichen Fassade im Stile der Weserrenaissance versehen. (Vergl. Kulturdenkmäler in HessenLandkreis Hersfeld-Rotenburg III, Stadt Bad Hersfeld, herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Thomas Wiegand)


Rathausrückseite




LULLUS HERSFELDIAE CONDITOR (Lullus, der Gründer Hersfelds) auf dem Brunnen vor dem Rathaus




Straße "Am Treppchen"


An der Obergeis: In der Gegend des Rennhöfchens wurde ein Abzweig der Geis durch die Stadtmauer in die Stadt geleitet. Sein Wasser wurde von den Webern und den Lohgerbern benötigt. Dieser Geisarm wurde auch die "Fliegengeis" genannt. Im Bereich zwischen der heutigen Dudenstraße und der Breitenstraße verließ dieser Abzweig wieder die Stadt und mündete weit außerhalb der Stadt wieder in die Geiß. Die innerhalb der Stadt am Geisarm liegenden Straßen nannte man "An der Obergeis" und "An der Untergeis". Heute ist dieser Geisarm nicht mehr zu sehen. Er ist zugeschüttet.



Badespaß in der Fliegengeis




An der Obergeis vor der Zuschüttung




An der Obergeis heute



An der Untergeis: Siehe "An der Obergeis"



An der Untergeis, Blick in Richtung Dudenstraße


Antoniengasse: Nach St. Antonius und St. Vitus, den Patronen der Marktbasilika (Stadtkirche), soll die Antoniengasse, eine Nebengasse der Breitenstraße zum Eisfeld, benannt sein. Sie erscheint in den Urkunden als Töngesgasse (1659) oder Döngesgasse (1697). Nach St. Vitus wurde der Weg benannt, der sich von dem Frauentor bis nach der Kupfermühle erstreckte. Bis vor kurzem hieß dieser Weg noch "Am Fezies". Heute hat er aber unbegreiflicherweise die nichtssagende Bezeichnung "Am Frauenberg" erhalten.

Badestube: Das Gewerbe der Bader hat seine Spuren in der Straßenbezeichnung „In der Badestube“ hinterlassen. Eine Badestube befand sich in dem Gebäude gegenüber dem früheren Gasthof „Zum Engel“, später „Cafe’ Hunstein“ (heute S. Oliver) in der Breitenstraße. Auch auf dem Eisfeld sollen früher Badestuben gestanden haben. Deshalb heißt es in städtischen Urkunden zur Unterscheidung: „In der alten Badestube“ (1654) und „In der Löbergasse hinter der neuen Badestube“ (1545). Früher soll eine allgemeine Badepflicht bestanden haben. Diese Einrichtung kann auf die Pestzeit, also in das 14.Jh., zurückgeführt werden.

Benno-Schilde-Straße: Die Industrielle Revolution erfasste im letzten Drittel des 19ten Jahrhunderts ganz Deutschland und hinterließ auch bei den Hersfelder Gewerbetreibenden ihre Spuren. In wenigen Jahren entwickelte sich Hersfeld - damals hieß die Stadt noch nicht `Bad Hersfeld´ - von einer bäuerlich geprägten Kleinstadt mit seinen produzierenden Gewerbetreibenden und dem Handel zu einem der bedeutendsten Industriestandorte im Bezirk Cassel (Kassel). In dieser Zeit des Umbruchs und des Fortschritts hatte der spätere Maschinenfabrikant Benno Schilde im Jahre 1873 den ersten Kontakt mit Hersfeld. Der Gerbereibesitzer Österheld, der in der Rittergasse 4 wohnte, bot Benno Schilde ein paar kleine Räume in einem Haus hinten im Garten an. Auch eine kleine Wohnung befand sich im Haus, das einen Zuganng zur Stammengasse besaß. Die Stammengasse wurde im Jahre 1910 begradigt und verbreitert und im Jahre 1935 in Benno-Schilde-Straße umbenannt. (Vergl. Hersfelder Geschichtsblätter, Band 5/2011) Die Herkunft des Namens "Stammengasse" ist noch ungeklärt. Es ist aber möglich, dass sich hier eine Stampfmühle befand, in der Eichenrinde zu Gerberlohe zerkleinert wurde. Ganz in der Nähe befindet sich immerhin die "Löhrgasse", wo die Gerber ihre Werkstätten hatten. Aus ev. "Stampfergasse" hätte sich dann über Zwischenformen "Stammengasse" gebildet. Eine Analogbildung liegt möglicherweise bei der "Wallengasse" vor, deren Name sich aus "Walkergasse" gebildet haben könnte. (Vergl. auch "Wallengasse")
Benno Schilde trug mit der Gründung und dem Aufbau seiner Maschinenfabrik erheblich dazu bei, dass sich die Region Hersfeld an die industrielle Lebenswelt anschließen konnte. Er erreichte durch sein Streben nach schweren Anfangsjahren den Aufstieg zum Fabrikanten. Seine Persönlichkeit war geprägt von handwerklichem Können, innovativer Denkweise und Erfindungsgabe. Sein wirtschaftlicher Weitblick erkannte die Perspektive für die Spezialisierung auf Ventilatoren und Trockner. Die hergestellten Produkte zählten funktional und qualitativ zu den Spitzenerzeugnissen der Branche. Er schaffte damit die Grundlage für den Erfolg des weltweit operierenden Unternehmens. Nach Benno Schilde wurde die Straße benannt, die heute von der Klausstraße, also der Innenstadt, über die Dippelstraße zu seinem ehemaligen Fabrikgelände führt. Heute befindet sich dort der Schildepark.



Benno-Schilde-Straße, Blick in Richtung Klausstraße


Breitenstraße: Es ist kein Zufall, dass die eigentliche Hauptstraße die Breitenstraße ist. Sie war die Wagenstraße, auf der im Mittelalter die jährlichen Hauptmärkte stattfanden. Daher kommt auch ihre Breite. Sie lag ursprünglich außerhalb der Stadt (außerhalb der ersten Stadtmauer, die heute nur noch durch Straßennamen erschlossen werden kann) und war Teil der „Kurzen Hessen“, einer alten Handelsstraße, die dem Verkehr zwischen Nürnberg und Thüringen diente. Diesem Gesichtspunkt ist bei der Anlage der Breitenstraße als Hauptverkehrsader und Zugang zum alten Marktplatz vor dem Rathaus und zum Kloster Rechnung getragen worden. Bei der Stadterweiterung im 13. Jhd. wurde die Breitenstraße in das Stadtgebiet einbezogen. (Siehe auch Neumarkt).



Die Breitenstraße früher




Die Breitenstraße heute




Die obere Breitenstraße früher




Die obere Breitenstraße früher




Die untere Breitenstraße früher


Brink: Brink bedeutet "Quelle" oder "Brunnen". Derartiges muss sich an der Einmündung der Straße `Neumarkt´ in die Johannesstraße befunden haben.
Eine weitere oder besser erweiternde Erklärung bietet das online-Lexikon Wikipedia. Dort heißt es: "Brink ist ein gemeingermanisches Wort, das in geographischen Namen seit dem Frühmittelalter eine leicht erhöhte Stelle, einen Rand oder eine Küste bezeichnete. Im Englischen bedeutet das Wort heute `Rand´. Das Wort ist Bestandteil vieler Flurnamen im ehemaligen germanischen Siedlungsgebiet und hat sich über das Niederdeutsche im lokalen Sprachgebrauch beispielsweise in Ostwestfalen auch als Bezeichnung für einen Hügel, Berg oder einen Hang erhalten. Der `Brink´ war in Nord- und Nordostdeutschland in vielen Dörfern eine leicht erhöhte Stelle in der Nähe des Dorfes. Diese Siedlungsstellen waren vom Boden her minderwertig und lagen meistens ungeschützt. Die Brinksitzer oder Freien zählten nicht als Bauern und hatten keinen Anteil an den besseren Ackerflächen, dem so genannten Eschland. Sie hatten aber geringen Bodenbesitz und von daher auch Stimmrecht in der Gemeinde. Sie arbeiteten meistens zusätzlich als Handwerker im Dorf, da es auf dem Lande möglich war, ein Handwerk außerhalb der strengen Regelungen der Zünfte auszuüben.
In der Weserstadt Vlotho werden bzw. wurden bestimmte Abschnitte Brink genannt. Sie befanden sich u. a. längs der heutigen Langen Straße. Die Stadt hatte sich im engen Tal der `Vlothe´ (später auch Linnenbeeke oder Mühlenbach genannt, heute Forellenbach) entwickelt. Die Hanglage bedingte, dass einige Häuser im Niveau etwa ein Stockwerk höher als die Straßensohle lagen. Davor befand sich der aufgemauerte Bürgersteig als Verbindung zur Straße. Im Nebeneffekt war man so vor den häufigen Hochwassern der `Vlothe´ sicherer. Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt sein, dass es als Gegenstück im Bereich des heutigen Sommerfelder Platzes die sog. `Grund´ gab, Häuser, die auf der hang abgewandten Straßenseite etwa ein halbes Stockwerk tiefer lagen. - Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Lange Straße als eine der Hauptstraßen Vlothos der verkehrstechnischen Entwicklung angepasst und man entfernte solche Verkehrshindernisse. Die betroffenen Häuser wurden um ein Stockwerk nach unten erweitert. Der Brink in der unteren Langen Straße ist noch erhalten, er verleiht dem Abschnitt eine nostalgische Romantik und kann als städtebauliche Besonderheit gelten. Fast unmittelbar hinter der im Bild gezeigten linken Häuserzeile erhebt sich der Amtshausberg.
In den Niederlanden, namentlich in der sächsisch geprägten Provinz Drente, ist `brink´ die von alters her übliche Bezeichnung eines Platzes oder einer kleineren gemeinschaftlichen Wiese, wo sich oft eine Tränke für das Vieh, und später auch die Kirche befand. Die Bauernhöfe des Dorfes waren ringsum den `brink´ gruppiert. Hinter den Bauernhöfen lagen `de essen´ (die Eschflur). Der oft teils mit Eichen oder Linden bepflanzte `brink´ war also der Mittelpunkt des Dorfes, wo sich viele gemeinschaftliche Tätigkeiten der Dorfbewohner abspielten. Viele Dörfer in Drenthe, darunter Zuidlaren, das Museumsdorf Orvelte, Dwingeloo und viele andere, sind bis heute noch gut erkennbar. Auch in Overijssel gibt es Plätze mit dem Namen Brink, u.a. in Deventer und dem zu dieser Stadt gehörenden Dorf Bathmen."
Das Gesagte trifft in vollem Umfang auch für Bad Hersfeld zu: Der Brink liegt am Rande des Stadthügels an der Stelle, wo die Straße `Johannestor´ zur Fuldaaue abfällt, also am Rande der Stadt innerhalb der Stadtmauer. Eine weitere Deutung besagt, dass `Brink´ von `Bering´ abzuleiten sei, was bedeute, dass der `Brink´ innerhalb der Ringmauer, des Berings, am Rande der Stadt liege. Wie nun auch immer das Wort abzuleiten ist, die Lage hinter der Stadtmauer ist immer die gleiche.



Brink früher - Blick zur Johannesstraße hin mit Brunnenkumpf




Brink heute - Blick zur Johannesstraße hin mit Brunnen und Wasserspiel




Brink heute- Im Hintergrund das Hospital mit Hospitalskirche


Brüdergasse: Ein Franziskanerkloster befand sich dort, wo heute unsere Musikschule und das Sekretariat der Konrad-Duden-Schule sind. In ihm wohnten damals die sogenannten Franziskanermönche. Ihr Name wurde vom Gründer Franz von Assisi abgeleitet. In seiner Nachfolge entstand dann der Bettelmönchsorden, welcher dafür bekannt war, ohne Besitz zu sein. Die Mönche in dessen Klöstern wurden deshalb auch Bettelmönche genannt. Sie beschafften sich ihren Lebensunterhalt durch Betteln. Deshalb wurden die Mönche auch Minderbrüder genannt . Nach diesen Brüdern wurde die an das Hersfelder Kloster angrenzende Gasse ,,Brüdergasse`` genannt .



Brüdergasse


Burggasse: In den Miracula S. Wigberti, die im Jahre 936 oder früher in Hersfeld abgefasst wurden (Dr. Michael Fleck empfiehlt jedoch das Jahr 940), wird in der 5. Wundertat des Heiligen Wigbert von einem Befestigungswerk mit starken Mauern berichtet. Es lag an einem bestimmten Ort, wo Männer und Frauen zusammenkommen konnten. Das Stiftsgebiet war ja Frauen verschlossen. Man darf annehmen, dass dieser Platz die vielleicht schon im 9. Jahrhundert entstandene Ebenheit (der heutige Marktplatz) war. Zu Zeiten König Heinrichs I. soll also ein befestigter Platz angelegt worden sein, wo man im Kriegsfall die Menschen der Umgebung samt ihrem Hab und Gut in Sicherheit bringen konnte. In dieser Zeit der Ungarneinfälle wäre eine solche Anlage durchaus denkbar. Die sich an das Stift anschließenden Befestigungswerke sollen sich parallel zu den Häuserfronten des heutigen Marktplatzes erstreckt haben. Daraus würde sich auch die relative Größe des Marktplatzes erklären. (Siehe auch Am Markt) Die Anlage der bürgerlichen Marktsiedlung rund um das Rathaus (Siehe auch Neumarkt) in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts hätte dann wohl auf diese ältere Befestigung Rücksicht genommen. Bis heute gibt es für diese Ansicht jedoch noch keine archivalischen oder archäologischen Beweise. Allerdings ließe sich der Name Burggasse auch dahingehend deuten, dass es sich um eine Gasse zu den Stiftsmauern hin handelt, welche die Umgebung burgartig überragten. (Siehe auch Marktplatz) Die Gasse führte früher bis an den "Dicken Turm" und die Stadtmauer, wo sie als Sackgasse endete. Deshalb hieß sie auch "Hinteres Lierloch". Eine Liere war eine Jagdtasche, eine oft benutzte Bezeichnung für Sackgassen. (Siehe auch Perfort, Ransen und Uffhäuser Straße)



Burggasse




Burggasse




Das "Abtschlößchen" in der Burggasse
Bei dem Abtsschlößchen handelt es sich um den bedeutendsten Rest der von Abt Ludwig Landau (1571-1588) erbauten Residenz. Der Bau wurde bei dem Brand der Stiftkirche im Jahre 1761 beschädigt.


Dudenstraße: Die Dudenstraße verbindet die Innenstadt von der Breitenstraße aus mit dem Bahnhof. Der Name dieser Straße fällt in zweierlei Hinsicht aus dem Rahmen der bisherigen Betrachtung Hersfelder Straßennamen. Zunächst ist diese Straße erst in jüngerer Zeit angelegt worden und ist auf älteren Stadtplänen noch gar nicht eingezeichnet. Am 22. Januar 1866 war jedoch die Eisenbahnteilstrecke Bebra-Hersfeld eröffnet worden. Nachdem 1883 dann auch noch das neuromanische repräsentative Empfangsgebäude des Hersfelder Bahnhofs eingeweiht worden war, wurde einige Jahre später (1886?) mit der Planung einer direkten Verbindung der Innenstadt zum Bahnhof begonnen. Die Stadtmauer wurde durchbrochen, einige Häuser wurden abgebrochen und ebenso zwei Häuser an der Einmündung der neuen Straße in die Breitenstraße. Im Jahre 1906 war die Straße, die schräg auf das Bahnhofsgebäude zuläuft, fertiggestellt. Sie überquerte damals mit zwei Brücken die Geis und die "Fliegengeis". Letztere war der Geisarm, der durch die Stadt geführt worden war. (vergl. „An der Obergeis“ und „An der Untergeis“) Zweitens trägt die neue Straße, die zunächst Kaiserstraße hieß, erst seit 1936 den Namen Konrad Dudens, des Vaters der deutschen Rechtschreibung und Direktors des königlich-preußischen Gymnasiums, der späteren „Alten Klosterschule“. Duden aber ist eine Person der jüngeren Geschichte Hersfelds. Er lebte von 1829 bis 1911 und leitete das Gymnasium von 1876 bis 1905. (Siehe auch Neumarkt)



Die untere Dudenstraße. Im Hintergrund das Bahnhofsgebäude




Bahnhofsgebäude


Eisfeld: Sie ist heute eine Verbindungsstraße von der Badestube über die Dudenstraße hinweg bis zur Antoniengasse. Dr. W. Schoof schreibt 1924: „Eine Sackgasse wie der Hanfsack und die beiden Lierlöcher war die Gasse, die heute am „am Eisfeld“ heißt. Sie bildet in gewisser Beziehung die Fortsetzung der Löhergasse und lief ursprünglich von der neuen Badestube in südöstlicher Richtung über die heutige Kaiserstraße (heute: Dudenstraße) und Antoniengasse hinweg unmittelbar auf die östliche Stadtmauer zu, ….. . Wahrscheinlicher ist die Erklärung, daß die Lohe, welche die Gerber zum Gerben ihrer Felle gebrauchten, aus der Rinde des Eichbaums hergestellt wurde und daß somit „Eichsfeld“ bezw. „Eisfeld“ soviel als „Lohgerberplatz“, „Platz, wo die Lohgerber ihre Felle zubereiten“ bedeutet. Für Hersfeld wenigstens liegt es nahe, den Namen „Eisfeld“ so zu deuten, weil die Verlängerung der Gasse, die heute „In der Badestube“ heißt, früher (z. B. noch 1697) „Löhergasse“, d. h. „Lohgerbergasse hieß und weil seit altersher die Lohgerber oder Löher das Recht besaßen, hier an der Untergeis zwischen Schillerplatz und Eisfeld ihre Felle zu trocknen.“ Somit ist also „Eisfeld“ von ursprünglich „Eichsfeld“ abzuleiten.

Enge Gasse: Sie ist eine kleine Gasse zwischen Hanfsack und Weinstraße. Enge Gassen, welche oft nur Durchgänge waren, wurden auch „Ahl“ oder „Winkel“ genannt.



Enge Gasse vom Hanfsack aus gesehen




Enge Gasse von der Weinstraße aus gesehen


Fiddelhof: Der Fiddelhof, eigentlich Fidalhof, ist abzuleiten von Feudalhof, also ein Lehnshof, wie sie in Hersfeld mehrfach erwähnt sind. Fideles, „Getreue“, waren Lehnsleute. So findet man auch häufig den Familiennamen „Ritter“. Das Sträßchen liegt zwischen Benno-Schilde-Straße, Vorderer Steingraben und Am Rainchen.

Hainstraße: Der Abhang zwischen Stadtmauer und Altstadtgraben war mit Hecken und Büschen bewachsen. Dieser Hain war bestens geeignet, um eventuelle Angreifer an der Erstürmung der Stadt zu hindern. Nach der Einebnung von Wall und Graben nannte man die entstehende Straße "Hainstraße". Sie ist Teil des Stadtrings. Landbaumeister Leonhard Müller (1827 bis 1851 in Hersfeld tätig) war maßgebend an der Veränderung und Modernisierung des mittelalterlichen Stadtbildes beteiligt. Zu seinen wichtigsten Maßnahmen gehörte die Entfestigung, d. h. die Abtragung der Wälle und Zuschüttung der Stadtgräben, um Flächen für eine Ausdehnung der Stadt zu erhalten. Dabei blieben trotzdem erhebliche Teile der Stadtmauer erhalten. Ebenso wurde ein Park angelegt, die heutige „Leonhard-Müller-Anlage“. Sie ist die älteste öffentliche Grünanlage von Bad Hersfeld und steht mit dem Stiftsbezirk als Gesamtensemble unter Denkmalschutz.



Hainstraße früher
(an der Einmündung der Abt-Michael-Straße von rechts)




Hainstraße heute
(die Einmündung der Abt-Michael-Straße ist rechts in der Bildmitte)




Parkplatz an der Hainstraße unterhalb der Luisenschule; auch ein Stück Stadtmauer ist am Hang zu erkennen.


Hanfsack: Der Hanfsack verband damals die Weingasse (heute "Weinstraße") mit der südlichen Stadtmauer der ältesten städtischen Ansiedlungen. "Sack" gilt als die Bezeichnung für blind auf die Stadtmauer auslaufende Gassen. Im Hanfsack wurden die Hanfstängel rechts und links neben dem Fahrweg zum Trocknen ausgelegt, später weiter behandelt und schließlich gesponnen und zu Geweben, Stricken und Zwirnen verarbeitet. Wegen der zum Trocknen der Hanfstängel benötigten Fläche war diese Gasse auch breiter als andere Gassen. Nach der Stadterweiterung im 13. Jahrhundert war diese Straße keine Sackgasse mehr, doch der Name blieb erhalten.



Hanfsack




Das Haus im Hanfsack, in dem Lingg während seines Aufenthaltes im Jahre1807 in Hersfeld wohnte.




Fachwerkhaus mit reich ausgestaltetem Fachwerk mit Renaissance-Flachschnitzereien im Hanfsack an der Ecke zum Kettengässchen


Hinterer Steingraben: Grabengassen sind Verbindungsgassen, um höhergelegene Stadtteile mit Niederungen zu verbinden. Da Regenwasser wegen des starken Gefälles diese Gassen stark auswusch, wurden sie gepflastert und deshalb Steingraben genannt. Sie waren die ersten befestigten Straßen in den Städten.




Hinterer Steingraben


Hospitalgasse: Seit dem Jahre 1344 war das Hospital im städtischen Besitz. Es war als ein Werk christlicher Barmherzigkeit im Jahre 1239 von den Benediktinern unter Abt Ludwig I. gegründet worden und war keineswegs nur für Kranke bestimmt. Es diente zugleich als Armenhaus, in das sich aber auch alte Leute einkaufen konnten. Die Zuwendungen für diese Anstalt waren so groß, dass man schon wenige Jahre nach ihrer Gründung eine Kapelle anbauen und 30 Pfründner aufnehmen konnte. Abt Johann von Elben verkaufte das Hospital mit sämtlichen Liegenschaften im Jahre 1344 an die Stadt Hersfeld für 500 Pfund Pfennige, da er Geld benötigte. Er hatte bei den Juden 500 Pfund Schulden. Nach dem Hospital wurde die vorbeiführende Gasse "Hospitalgasse" genannt. (Siehe auch "Brink")



Hospital mit Kirche am Eingang der Hospitalgasse vom Brink her




Hospitalgasse früher


Im Stift: Wie der Name schon sagt, befindet sich diese Straße im Stiftsbezirk. Sie führt an der Stiftsruine vorbei. Dabei ist es sinnvoll, doch einen kleinen Blick in die Geschichte der Reichsabtei Hersfeld zu werfen und deren Übergang in hessischen Besitz betrachten:

736 Sturmius (Sturm), aus Bayern stammend, von Bonifatius christlich erzogen, von Wigbert zum Priester geweiht, kommt nach Hersfeld (Haerulfisfeld); er baut ein mit Rinden gedecktes Kirchlein; nach dem Bericht Eigils, eines Freundes des Sturmius, handelte es sich bei diesem Ort um eine verlassene Siedlung am Frauenberg, die sicher einem Manne namens Haerulf gehört hatte; andere Leute müssen in der Nähe gewohnt haben, die Sturmius diesen Namen überliefert haben; Sturmius war in die Einöde Buchonias gezogen, um hier Gott zu dienen, nachdem er unter Abt Wigbert drei Jahre lang als Priester und Heidenbekehrer in der Umgebung Fritzlars gewirkt hatte.

744 Sturmius gründet das Kloster Fulda, nachdem er auf Geheiß des Bonifatius wegen der Nähe der Sachsengrenze weiter in die Buchonia vorgedrungen war.

754 Lullus (Lull), der Angelsachse (* 705 in Wessex), wird Nachfolger des Bonifatius auf dem Bischofsstuhl in Mainz; zwischen ihm und Sturmius entsteht Streit über Privilegien des Klosters Fulda (die Hoheit und Gerichtsbarkeit unterstand nicht dem Mainzer Bischof sondern direkt dem Papst).

769 Lullus gründet aus Konkurrenzgründen zu Fulda ein Benediktinerkloster in Hersfeld, dessen von Sturmius gegründete mönchische Siedlung niemals aufgegeben worden war (Fundamente eines Kirchleins wurden im Südflügel des Querhauses der Stiftsruine gefunden); das Kloster wird den Aposteln Simon Zelotes und Judas Thaddäus geweiht, von denen Reliquien im Kloster ruhten; außerdem wurde nach der Niederwerfung der heidnischen Sachsen durch Karl d. Gr. im Jahre 772 ein der Sachsengrenze näher gelegenes Missionskloster wichtig.

769 - 786 Abt Lullus

775 Das Kloster Hersfeld wird auf dem Reichstag von Quierzy von Kaiser Karl d.Gr. in seinen und seiner Nachkommen Schutz genommen und mit außergewöhnlichen Vorrechten ausgestattet: das Recht der freien Abtswahl durch die Brüder (Mönche), die Befreiung von jeder bischöflichen (eine Spitze gegen Fulda) und gräflichen Gewalt u.a.; dadurch wird die Abtei dem König unmittelbar unterstellt und die spätere Stellung des Hersfelder Abts als Reichsfürst angebahnt; in geistlicher Hinsicht untersteht die Abtei direkt dem Papst in Rom; reiche Schenkungen Karls an das Kloster (Landbesitz, Ortschaften, Zehntabgaben, Kirchen u.s.w.); nach dem "Breviarium Lulli", einem Zehntverzeichnis, besaß das Kloster in karolingischer Zeit rund 60000 Morgen Land, verteilt auf 193 Ortschaften, von denen 132 Ortschaften mit etwa 3/4 des gesamten Besitzes in Thüringen lagen.

780 Lullus läßt die Gebeine des hlg. Wigbert, des ersten Abts von Fritzlar und Erziehers des Sturmius, von Büraberg bei Fritzlar nach Hersfeld überführen; das Kloster wird dadurch zum Wallfahrtsort.

28. Juli 782 Karl d. Gr. besucht die Abtei Hersfeld.

16. Okt. 786 Todestag von Lullus; er und Witta, der Bischof von Büraberg und Freund seiner Jugend, werden in der Klosterkirche begraben; Lulls Grab ist verschwunden, aber Wittas Sarkophag mit dem steinernen Kopfkissen ist noch heute in der Stiftsruine zu sehen.

um 800 Errichtung eines Kirchleins auf dem Frauenberg. (siehe auch Am Frauenberg)

820 Kaiser Ludwig der Fromme nimmt die Abtei Hersfeld in seinen Schutz und bestätigt die Schenkungen seines Vaters Karl.

831 Unter Abt Bun wird der Bau einer Großbasilika begonnen; schon unter ihm steht die Klosterschule in hohem Ruf; ihr Vorsteher war damals Haimo, der später Bischof von Halberstadt wurde; man glaubt auch, daß zu dieser Zeit der unbekannte Dichter des "Heliand" seine theologische Ausbildung in Hersfeld erhielt.

850 Vollendung des Kirchenbaus unter Abt Brunwart.

852 Begründung des Lullusfestes als eines (zunächst) reinen Kirchenfestes zum Gedächtnis des heiligen Lullus anläßlich der Überführung seiner Gebeine in die neue Stiftskirche. Auf den 16. Oktober, den Todestag des Lullus, fällt nun ebenfalls auch noch der Namenstag des Hlg. Gallus. An diesem Tag wurde auch der Gallusmarkt gehalten. Durch das allmähliche Zusammenwachsen beider - Lullusfest und Gallusmarkt - entstand das heutige Volksfest "Lullusfest" resp. „Lullusmarkt“ .

915 Erste Einfälle der Ungarn; der Marktplatz Hersfelds, der früher "Ebenheit" hieß, wird in dieser Zeit der Ungarneinfälle als Fliehburg angelegt; das erklärt möglicherweise seine für westdeutsche Städte außergewöhnliche Größe.

932 - 935 Abt Megingoz; er erbaut die Wachsenburg, eine der drei Gleichen, um die thüringischen Besitzungen des Hersfelder Klosters zu schützen; nach Megingoz ist auch das Dorf Mengshausen benannt; sehr wichtig ist die landwirtschaftliche Tätigkeit der Mönche, denn es galt, die Ländereien, die dem Kloster geschenkt worden waren, dem Wald zu entreißen und unter den Pflug zu nehmen; hatte man zunächst wohl nur aus Holz gebaut, so legt man bald Kalköfen an (der Hersfelder Stadtteil Kalkobes hat daher seinen Namen), brennt Ziegelsteine und holt Bruchsteine aus den nahen Bergen.

970 - 985 Abt Gotzbert; Verwilderung der Klosterzucht.

985 - 1005 Abt Bernhard; er läßt die harte benediktinische Klosterzucht weiter verkommen.

1005 - 1012 Abt Godehard, vorher Abt von Nieder-Altaich; seine Berufung erfolgt nach dem Tode von Abt Bernhard durch Kaiser Heinrich II., das Recht der hersfeldischen Mönche auf freie Abtswahl mißachtend; Godehard stellt die Hersfelder Mönche vor die Wahl, entweder von nun ab nach den Regeln Benedikts zu leben, oder aber das Kloster zu verlassen; seine Klosterreform hat Erfolg: an die Stelle von Prunksucht und Wohlleben tritt wieder benediktinische Bedürfnislosigkeit; nach Godehard ist der St. Gotthard in den Alpen benannt.

1012 - 1031 Abt Arnold, ehemaliger Mönch von Nieder- Altaich; er gründet ein Kloster zu Ehren des hlg. Johannes auf dem Johannesberg.

1038 Abt Meginher läßt die Glocke im Katharinenturm gießen; sie ist die älteste Glocke Deutschlands; Brand der Klosterkirche; der sofortige Wiederaufbau wird begonnen.

1040 Vollendung der Krypta.

1058 Lambert (eigentlich Lampert, von Lamprecht abzuleiten), später als Lambert von Hersfeld bekannt, tritt unter Abt Meginher in das Kloster ein; er war möglicherweise unter den Äbten Ruthardt und Hartwig Leiter der Hersfelder Klosterschule (sie ist nicht zu verwechseln mit dem späteren Gymnasium in dem Gebäude des Franziskaner- oder Barfüßerklosters am Neumarkt); in dem Jahrzehnt zwischen 1063 und 1073 dürfte er die "Vita Lulli", die Lebensbeschreibung des Lullus, geschrieben haben.

1073 - 1074 Aufstand der Sachsen und Thüringer gegen Kaiser Heinrich IV., der sein Heer in Hersfeld sammelt; sein Sohn Konrad wird in Hersfeld geboren; dessen vergoldete Wiege soll noch lange an einem der Bögen des Querschiffes gehangen haben (Konrad stellt sich später auf die Seite der Gegner seines Vaters; er wird vom Erzbischof von Mailand in Monza zum König von Italien eingesetzt; er stirbt aber 27-jährig.

1091 - 1100 Abt Friedrich; er stellt Hersfelds erschütterte Stellung in Thüringen wieder her und residiert deshalb zumeist auf der Wachsenburg, wo er auch gestorben ist.

1127 - 1155 Abt Heinrich I. von Bingarten; unter ihm erlebt die Abtei einen Höhepunkt ihrer Geschichte; der kaisertreue Abt befindet sich oft auf Reichs- und Hoftagen, und wiederholt ist Kaiser Konrad III. zu Gast in Hersfeld; in der Nähe Hersfelds sammelt sich auch das Heer, das 1139 gegen den aufrührerischen Herzog Heinrich d. Stolzen aufgeboten wurde (Hie Welf! - Hie Waiblingen!); kurzzeitig wird Heinrich auch Abt von Fulda.



Das Hoheitszeichen der Äbte, ein Doppelkreuz, am Osteingang zum Stiftsbezirk.
Es galt als ein Zeichen der Trennung der Hoheits - und Gerichtsbezirke von Stift und Stadt Hersfeld


1142 Die Stadt Hersfeld wird erstmals als Marktort genannt; durch ihre Lage an der "Reichsstraße", einer alten Handelsstraße zwischen Frankfurt und Leipzig, die hier die Fulda und Haune auf früh erbauten Brücken überquerte, wurde Hersfelds Entwicklung weiter gefördert; während des Marktes stand der Ort unter dem Marktfrieden, der allen Besuchern Schutz für ihre Person und für ihr Eigentum garantierte; äußeres Zeichen des Marktfriedens war oft ein steinernes Kreuz; man darf sicher das vor dem Stift stehende Steinkreuz als ein solches betrachten; den ältesten Grundstock der Bevölkerung hatten die unfreien Bauern- und Handwerkerfamilien gebildet, die dem Kloster gehört hatten; hinzu waren Leute gekommen, die Grundstücke zu freier Leihe gegen Zins erworben hatten; eine dritte Gruppe waren zugewanderte Unfreie, die nach Jahr und Tag, wenn sie von ihrem früheren Herrn nicht zurückgefordert worden waren, frei geworden waren (Stadtluft macht frei); die beiden zuletzt genannten Gruppen unterstanden dem Stadtgericht, dem ein vom Abt eingesetzter Schultheiß vorstand (im Jahre 1431 beschwerte sich der Abt darüber, daß die Stadt auch seine dort ansässigen Eigenleute gezwungen habe, Bürger zu werden); die führende Schicht der aufstrebenden Stadt waren die Tuchkaufleute oder Gewandschneider, wie sie damals genannt wurden; hinzu kamen die Wollweber, die wohl aus Flandern zugewandert waren und in Urkunden kurzerhand als Fleminge bezeichnet werden. Flurnamen wie "Hinter den Flehmen" und der "Vlämenweg" erinnern noch an sie. daneben werden die Zünfte der Leineweber, Lohgerber (Löher), Fleischhauer und Bäcker genannt.

1144 Die neue Stiftskirche wird geweiht; sie ist die größte romanische Hallenbasilika nördlich der Alpen; die neue Kirche ist 103,50 m lang, im Querschiff 56 m und im Längsschiff 31 m breit; der Chor ist 27 m tief; die ganze Kirche bedeckt eine Fläche von über 3000 qm; König Konrad III., der bei der Weihe persönlich anwesend ist, schenkt dem Kloster zur Erinnerung an den festlichen Tag einen Weinzehnten von den Reichsgütern in Ingelheim am Rhein.

1146 Konrads III. Gemahlin stirbt in Hersfeld.

1170 Hersfeld wird erstmals als Stadt (civitas) und somit als befestigter Ort genannt; die Stadt hatte vier Tore, das Peters-, Johannes-, Frauen- und das Klaustor.

1180 - 1200 Abt Siegfried; Streit mit Landgraf Ludwig III. von Thüringen über Vogteirechte. Weil die Äbte als Geistliche die Gerichtsbarkeit selbst nicht ausüben konnten, war ihnen schon von Karl d. Gr. ein angesehener, meist in der Gegend angesessener begüterter Laie als Beihilfe in Gerichtssachen (Vogt) beigegeben worden.

1239 Abt Ludwig I. stiftet für Arme, Alte und Kranke das Hospital am Johannestor.

1249 - 1252 Die Stadt wird vorübergehend vom Gegenkönig Wilhelm von Holland als Reichsstadt anerkannt.

1493 - 1513 Abt Volpert Riedesel von Bellersheim; er versucht, die Abtei Hersfeld wegen der Zerrüttung ihrer Finanzen mit der Abtei Fulda zu vereinigen, scheitert jedoch am Widerstand der Hersfelder Bürger, die von der hessischen Landgräfin Anna unterstützt werden.

1516 - 1556 Abt Krato

1520 Beginn der Reformation in Hersfeld; der Weltgeistliche an der Stadtkirche Heinrich Fuchs und ab 1523 sein Kaplan Melchior Ringk predigen, daß kein Mensch sich durch eigene Werke den Himmel verdienen könne.

1521 Luther auf seinem Rückweg vom Reichstag in Worms in Hersfeld; er wird von Abt Krato empfangen; Luther predigt - trotz Verbots - auf Einladung des Hersfelder Abtes in der Stiftskirche (wahrscheinlicher aber in der Stadtkirche); unter dem Eindruck der persönlichen Begegnung mit Luther heiratet Pfarrer Heinrich Fuchs; Abt Krato befiehlt dem Pfarrer und seinem Kaplan deshalb, Hersfeld zu verlassen.

17. Dez. 1523 Wegen dieser Ausweisung und nach Predigten von Fuchs und Ringk über die sittenlosen Zustände im Stift und in der Stadt (Unzucht, Trunksucht, Gotteslästerung, Zusammenleben in wilder Ehe und Stiftsherren mit Konkubinen) wird das in der Nähe der Stadtkirche gelegene Haus des Stiftskanzlers Schallis geplündert; schließlich dringt das Volk auch in das Stift ein, plündert die Häuser von 9 oder 10 Geistlichen und erpreßt von den Priestern Geld, um es dann in den Schenken der Stadt zu vertrinken; Fuchs und Ringk werden auf Befehl des Landgrafen gefangengesetzt, doch die Hersfelder helfen ihnen aus dem Gefängnis und über die hessische Grenze; wohl bestraft der Landgraf die Plünderer, aber den anderen aufsässigen Bürgern geschieht nichts, und die Flucht wird nicht weiter untersucht. 1524 Der Magister Adam Krafft, der in seiner Vaterstadt Fulda unter großem Zulauf des Volkes im lutherischen Sinne gepredigt hatte und dort von der hohen Geistlichkeit vertrieben worden war, findet in Hersfeld sicher mit Einwilligung des Abtes Krato freundliche Aufnahme; er wird der eigentliche Reformator Hersfelds; Landgraf Philipp ernennt Krafft zu seinem Hofprediger, nachdem er ihn nach der Niederwerfung des Bauernaufstandes hatte predigen hören.

1525 Bauernaufstand; die Bürgerschaft, geführt von Bürgermeister Ottensaß, geht zu den Aufständischen über; während der Abt auf seinem festen Schloß, dem Eichhof, sitzt, stürmt die Menge das Stift, plündert die Abtswohnung, mißhandelt Stiftsbediente und zerstreut, verdirbt und vernichtet vieles; Niederwerfung des Bauernaufstandes in der Hersfelder Gegend durch Landgraf Philipp von Hessen, was er sich vom Abt mit der Oberherrschaft über eine Hälfte Hersfelds und einiger hersfeldischer Amtsbezirke bezahlen läßt; seit dieser Zeit findet sich der hessische Löwe im Hersfelder Stadtwappen (ab 1559 zusammen mit dem Hersfelder Doppelkreuz, dem eigentlichen Hersfelder Wappen) Balthasar Raid, wie Adam Krafft aus Fulda stammend, kommt als erster protestantischer Prediger nach Hersfeld; der Nachbau seines 1563 gebauten Hauses steht in der Unteren Frauenstraße.

1556 - 1571 Abt Michael, der ehemalige Dekan des Stifts Michael Landgraf; er hält sich bereits einen evangelischen Hofprediger.

1571 - 1588 Abt Ludwig V., der ehemalige Koadjutor Abt Michaels, Ludwig Landau; Streit mit Kursachsen um Lehnsherrschaft in thüringischen Amtsbezirken; er verspricht dem hessischen Landgrafen Wilhelm die zukünftige Administration in Hersfeld.

1588 - 1592 Abt Kraft Weiffenbach (gest. 1595), der allerdings nicht die Anerkennung des Papstes erhält; auch eins der noch verbliebenen Mitglieder des Kapitels und einziger Katholik, Joachim Roell, verweigert die Anerkennung.

1592 - 1606 Abt Joachim (Joachim Roell); er wird durch Mithilfe seines persönlichen Freundes, des Landgr. Moritz von Hessen, Nachfolger Weiffenbachs; durch ihn wird der Übergang der Abtei in hessische Administration begünstigt und herbeigeführt.

1606 Nach dem Tode Abt Joachims, des letzten Abts, wird Otto, der Sohn von Landgraf Moritz, Administrator der Abtei.

1608 Landgraf Moritz läßt die Bildwerke aus der Stadtkirche entfernen.

1609 Nach Einführung der "Verbesserungspunkte" durch Landgraf Moritz muß Hersfeld den reformierten Ritus anstelle des lutherischen übernehmen; die Hersfelder Bürger sträuben sich zunächst.

1623 - 1625 Tilly, kaiserlicher Feldherr während des 30-jährigen Krieges, in Hersfeld; ein habsburgischer Erzherzog wird Administrator; erneut Mönche im Kloster; in der Folgezeit hat Hersfeld unter dem wechselnden Kriegsglück heftig zu leiden.

1629 - 1631 Wieder kathol. Gottesdienst in der Stadtkirche; mehr als 6 000 Einwohner der Abtei werden wieder katholisch.

1648 Nach dem Ende des 30-jähr. Krieges wird die Reichsabtei Hersfeld in ein weltliches Fürstentum mit Sitz und Stimme im Reichstag umgewandelt, das von Kaiser Ferdinand III. von Habsburg den Landgrafen von Hessen-Kassel als Reichslehen zugesprochen wird. Diese sollen deswegen jedesmal beim Kaiser um die Belehnung nachsuchen; im 15. Artikel des Friedensvertrages von Münster und Osnabrück wurden die Angelegenheiten des Hauses Hessen-Kassel geordnet; Paragraph 2 dieses Artikels behandelt die Hersfelder Angelegenheiten.

Die Landgrafen von Hessen-Kassel hatten seitdem auch als Fürsten von Hersfeld Sitz und Stimme im Reichstag. Das Kurfürstentum Hessen Kassel wird damit Rechtsnachfolger der Reichsabtei. Das Gelände im Stiftsbezirk mitsamt den darauf befindlichen Gebäuden ging damit in den unmittelbaren Besitz des Kurfürstentums über. Am 19. Febr. 1761 brannten der Stiftskirche und die umliegenden Abteigebäude. Die Kirche und Abteigebäude hatten den französischen Truppen unter Marschall Broglie als Vorrats-und Verpflegungslager gedient. Es lagerten hier etwa 80000 Säcke Mehl, 50000 Säcke Hafer und eine Million Ballen Heu und Stroh. Damit dies nicht in die Hände der unter Herzog Ferdinand von Braunschweig heranrückenden preußischen Alliierten fiel, wurden die Vorräte von den Franzosen angezündet. Ein riesiges Flammenmeer erhellte den abendlichen Himmel über Hersfeld. Der große Turm über der Vierung mit der kupfer-vergoldeten Hand, die angeblich noch von Karl d.Gr. stammte, und der Dachstuhl der großen Kirche stürzten ein. Mehlstaubexplosionen zerrissen die von Säulen getragenen Bögen des Mittelschiffes. Löschversuche waren wegen der großen Hitze und der Furcht vor Plünderungen der abrückenden Franzosen nicht möglich. In wenigen Stunden verbrannte, was in 700 Jahren mit viel Fleiß aufgebaut und glücklich erhalten worden war. Noch ein halbes Jahr später schlugen die Flammen den Aufräumenden entgegen. Die Ruine der Hersfelder Stiftskirche wurde später als Holzmagazin und Exerzierplatz des Infanteriebatallions benutzt. Die Hersfelder Bürger holten sich Steinmaterial aus der Ruine zum Bau ihrer Häuser. Dass die Ruine nicht vollends zerfiel, ist der Tatkraft und dem Kunstverstand des Landbaumeisters Leonhard Müller zu verdanken, der auch der Erbauer der Luisenschule ist. Er verwandte die für den Abriß der baufälligen Ruinenreste vorgesehenen Mittel zur Ausbesserung und Sicherung des noch stehenden Gemäuers. Der Renaissancegiebel des einstigen Abtschlosses ist noch erhalten und einem neueren Bau eingefügt.
Im Jahre 1821 endete das Fürstentum Hersfeld endgültig, das nun als Kreis Hersfeld dem Kurfürstentum Hessen einverleibt wird; Hersfeld wird Kreisstadt.
Nach Einverleibung Kurhessens und somit auch Hersfelds in den preußischen Staat (als Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau) wurde 1866 - 1868 im Stiftsbezirk gegenüber dem Hauptportal der Ruine ein Kasernengebäude errichtet, in welches das 1871 aus dem Kriege heimkehrende Füsilierbataillon des 2. Thüring. Inf.-Reg. 32 einzog; ab 1891 diente das Gebäude als Kadettenanstalt. Daher sprechen alte Hersfelder auch von der „Alten Kriegsschule“. Mit der Neugründung des Bundeslandes Hessen nach dem zweiten Weltkrieg befindet sich der Stiftsbezirk mit der Stiftsruine im Besitz des Landes Hessen. Heute befindet sich in der „Alten Kriegsschule“ das Finanzamt.



Dreigeschossiger Fachwerkbau am Eingang zum Stiftsbezirk. Als Teil der Abtsresidenz errichtet, diente das Gebäude später verschiedenen Zwecken, z. B. als "Fürstliche Wohnung", "Oberamtmannswohnung" u. a. mehr. In dem Gebäude sind z. Zt. das Institut für Lehrerbildung, das Studienseminar und eine Außenstelle der Fernuniversität Hagen untergebracht.




Im Stiftsbezirk




Katharinenturm. In diesem Turm hängt mit der bienenkorbförmigen "Lullusglocke" aus dem Jahre 1038 die älteste datierbare Glocke Deutschlands.




Die "Lullusglocke", im Katharinenturm, die älteste Glocke Deutschlands. Sie wird nur einmal im Jahr, zum Lullusfest, geläutet.




Konrad Zuse (1910 bis 1995; Vater des Computers; ab 1957 Computerproduktion in der Zuse KG in Bad Hersfeld)
und
Konrad Duden (1829 bis 1911; "Vater der deutschen Rechtschreibung"; er leitete das Gymnasium in Hersfeld von 1876 bis 1905) (Siehe auch Neumarkt)
vor dem Katharinenturm im Stiftsbezirk




Stiftsruine im Stiftsbezirk; in der Ruine finden alljährlich im Sommer die Hersfelder Freilichtfestspiele und die Oper statt.
Maße der Stiftsruine: 102,8 m vom Westen nach Osten, fast 57 m Breite des Querhauses, 46,8 m Länge des Langhauses, 29 m Breite des Langhauses, 22,5 m Scheitelhöhe der Triumphbögen im Querhaus Bühnenmaße, 9 m Höhe der Seitenschiffswände, 1.600 qm Bühnenfläche


Bei der Erhaltung der Stiftsruine betätigte sich Landbaumeister Leonhard Müller (1827 bis 1851) als einer der ersten Denkmalspfleger in Hessen. Er rettete die 1761 von französischen Truppen eigeäscherte Stiftskirche vor dem Abriss und verwandte die dafür vorgesehenen Landesmittel für den Erhalt der Ruine.




Die "Alte Kriegsschule". Die ehemalige Kadettenanstalt ist heute Finanzamt.




Forstamt im Stiftsbezirk.
Im 16. Jhd. war es Gästehaus der Äbte, ab 1798 Fruchtschreiberwohnung, in der Mitte des 19. Jahrhunderts kurfürstlich-hessische Renterei und ab 1868 Forstamt




Teil der Stiftsmauer mit Resten des Wehrganges




Leonhard-Müller-Anlage mit Teichen, wo früher der Stadtgraben war.



Leonhard-Müller-Anlage im Winter.




Teil der Stadtmauer an der Leonhard-Müller-Anlage.


Johannesstraße: Straße, die zum Johannestor führte. (Siehe auch Johannestor)



Johannesstraße


Johannestor: Die vier Stadttore Johannes-, Peters-, Klaus- und Frauentor erhielten ihre Namen nach den nächstliegenden Kirchen. Drei der Kirchen befanden sich auf dem Johannesberg, dem Frauenberg und dem Petersberg. Auf dem Johannesberg und dem Petersberg befanden sich zudem Probsteien des Stifts. Die Klauskirche lag in der Nähe des Bahnhofs. Die zu diesen Toren führenden Straßen erhielten dann entsprechend die Namen Johannesstraße, Frauenstraße und Klausstraße. (Siehe auch Klausstraße und Am Frauenberg)



Ehemaliges Johannestor; ein Teil der Stadtmauer ist rechts noch vorhanden.


Kaplangasse: Die Kaplangasse ist eine Verbindungsstraße vom Marktplatz zur Unteren Frauenstraße. Wilhelm Schoof schreibt in einem Aufsatz: “Der Name ,Kaplangasse’ (im Volksmund die Kappelsgaß genannt) hat zu der Annahme verleitet, dass nach der volkstümlichen Überlieferung die Straße ihren Namen nach dem am Eingang der Straße gelegenen Steinhaus, dem sog. Gotischen Haus, erhalten habe, das früher eine Kapelle gewesen sei. Diese Annahme hat sich indessen als irrtümlich erwiesen. Ich habe festgestellt, dass die Straße nach einer im 13. und 14. Jh. in Hersfeld wohnhaften angesehenen Patrizierfamilie benannt worden ist, die sich nach ihrem Wohnort de Capella nannte und in dem heutigen Waldkappel und in Hartmutsachsen ausgedehnte Güter besaß.”



Kaplangasse


Kettengäßchen: Heute ist das Kettengäßchen eine Verbindungsgasse zwischen Hanfsack und Breitenstraße, jeweils mit einer Kette in der Höhe gegen den Hanfsack und die Breitenstraße abgeschlossen. Diese Ketten wurden wohl in Erinnerung an die erste (ältere) Stadtmauer angebracht. So schreibt Holger Th. Gräf im Textheft „Bad Hersfeld“ zum Hessischen Städteatlas: „Die Grenze zwischen dem mutmaßlich bis 1170 ummauerten Bereich und der noch vor 1200 daran anschließenden Erweiterung entlang der Breitenstraße dürfte das Kettengäßchen markieren. In dessen Fluchtlinie lässt sich der weitere Verlauf entlang der Parzellengrenzen nach Südwesten bis zur Klostermauer im Bereich des späteren Hospitals verfolgen. Leichte Knicke im Verlauf von Wallengasse, Webergasse und Johannisgasse sowie vorspringende Gebäude aus der jeweiligen Straßenflucht, besonders deutlich Am Bringg/Johannisgasse, unterstützen diese Erklärung." (a. a. O. S. 41) In einer Fußnote dazu schreibt Gräf: „Diesen Straßennamen kann man allerdings nicht in einen wie auch immer gearteten Zusammenhang mit Verteidigungsanlagen bringen, da er erst im 17. und 18. Jh. auftaucht; SCHOOF, Straßennamen S. 61.“
In der Stadtordnung von 1568 wird die heutige Kettengasse „hellwigs gasse“ genannt, die „vonn bastian Reinen hauß In der breittengasse“ geht. In der Stadtordnung von 1665 heißt sie „Heltwigsgaß“, die „von Bastian Reiner Hauß in die Breitengaß“ geht. Aus dem Jahre 1723 berichtet Louis Demme: „Cyll Grau und Frau verkauften Georg Sander eine Scheuer hinter ihrem Hause auf dem Hanfsack, auf die Helwigsgasse stoßend“. (Demme, Band 2, S. 108) Damit hatte das Kettengäßchen zunächst seinen Namen nach dem Besitzer eines Hauses in dieser Gasse oder einer Ecke an dieser Gasse erhalten, wie dies wohl auch im Falle der Kaplansgasse und der Wallengasse gewesen ist. (Siehe auch Kaplansgasse und Wallengasse)



Das Kettengäßchen vom Hanfsack aus gesehen




Kettengäßchen von der Breitenstraße aus gesehen


Kirchplatz: Der Kirchplatz ist der Platz vor der Kirche.Vor der Kirche war früher ein Friedhof.



Stadtkirche




Kirchplatz




"Stadtkirchnerhaus" am Kirchplatz 5 aus dem Jahre 1452. Ursprünglich als Pfarrhaus errichtet diente es seit 1741 als Wohnhaus des Küsters.


Klausstraße: Straße zum ehemaligen Klaustor hin. Von dort führte ein Weg zur Kirche des hlg. Nikolaus. Sie lag vor dem östlichen Tor etwa in der Gegend des heutigen Bahnhofs. Sie war wahrscheinlich die Kirche der Siechen (Kranken), die im Siechenhaus nordöstlich vor dem Peterstor lebten. Die Gemarkungsbezeichnung „Am Siechen" weist noch heute darauf hin. Das Siechenhaus nahm jene unglücklichen Menschen auf, die von dem damals stark verbreiteten Aussatz, der Lepra, befallen waren. Diese von den übrigen Menschen der Stadt ausgestoßenen armen Geschöpfe mussten mit einem Horn oder einer Klapper jeden warnen, der sich näherte. Sie fanden im Siechenhaus Unterkunft. Bald gab es auch wohltätige Stiftungen für diese Siechen. Barmherzige Menschen stellten den Ausgestoßenen mit Speisen gefüllte Töpfe an die Grenze des Siechenbezirks und holten die geleerten dort wieder ab. Die Klauskirche war vielleicht schon um das Jahr 1200 erbaut und um das Jahr 1600 bereits im Verfall befindlich. (Siehe auch Johannestor)



Klausstraße früher




Klausstraße heute






Fachwerkhaus aus dem Jahre 1699 in der Klausstraße




Untere Klausstraße früher




Klausstraße früher mit Blick zum Rathaus


Klaustor: Stadttor zur ehemaligen Klauskirche hin. (Siehe auch Klausstraße und Johannestor)



Klausturm


Linggplatz: Zentraler Platz am oberen Ende der Weinstraße vor dem Marktplatz gelegen. Er wurde nach dem Retter Hersfelds, dem badischen Oberstleutnant Johann Babtist Lingg, benannt. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstädt rückten am Tage vor Weihnachten 1806 eine Kompanie des 1. leichten italienischen Infanterieregiments, die auf französischer Seite kämpften, in Hersfeld ein. Sie sollten am anderen Morgen nach Kassel weitermarschieren. Die Soldaten, 160 Mann, wurden bei den Bürgern einquartiert, mit denen sie sich allerdings nur mit Gebärdensprache verständigen konnten. Ein Sergeantmajor geriet mit seinem Wirt, dem Tuchbereiter Georg Adam Pforr in der Wallengasse, in Streit, warf ihm das vorgesetzte Essen vor die Füße, fluchte, schimpfte und griff schließlich nach seinem Degen. Nachbarn kamen dem bedrohten Pforr zu Hilfe und auch die Soldaten sprangen ihrem Kameraden bei. So kam es bald zu einer wüsten Schlägerei zwischen den Italienern und den Hersfeldern, in deren Folge die Italiener verprügelt und entwaffnet wurden. Ein Italiener wurde sogar erschossen. Dafür sollten die Hersfelder am 20. Februar 1807 bestraft werden. Hersfeld sollte auf Befehl Napoleons geplündert und an allen vier Ecken und in der Mitte angezündet werden. Die Vollstreckung dieser Strafe wurde Oberstleutnant Lingg und seinen zwei Kompanien badischer Jäger übertragen. Lingg bewahrte die Stadt jedoch vor Plünderung und völliger Vernichtung, indem er Napoleons Befehl nur dem Wortlaut nach, aber nicht dem Sinne nach ausführte. Lingg wude später für seine humane Haltung von den hessischen Kurfürsten Wilhelm I. und Wilhelm II. mit dem Großkreuz des hessischen Löwenordens ausgezeichnet und geadelt. (Lingg von Linggenfeld)



Johann Babtist Lingg von Linggenfeld, der Retter Hersfelds, die Brandfackel austretend als überlebensgroße Bronzefigur.
Das Denkmal wurde am 08. 11. 1896 eingeweiht und war durch Spenden finanziert worden. Es trägt auf der Rückseite des ca, 2,5 m hohen Granitsockels die Inschrift:
"Die dankbare Stadt Hersfeld ihrem Erretter 1807 - 1896".





Linggplatz von Nordosten




Linggplatz im Jahre 1876






Linggplatz etwas später




Linggplatz heute, Westseite




Kirchtor früher




Linggplatz früher




Linggplatz früher, Ostseite




Linggplatz heute, Ostseite


Löhrgasse: Diese Gasse wird seit dem Jahre 1365 so genannt und erinnert an die seit dem 13. Jahrhundert dort ansässigen Löher, die Gerber, welche mit Gerberlohe das Leder gerbten. Lohe war (meistens) gemahlene Eichenrinde. Die Löhrgasse ist das Straßenstück zwischen der Straßen `An der Obergeis´ und `An der Untergeis´.



Lohmühle


Marktplatz: Das, was heute Marktplatz heißt, hieß früher allerdings "Ebenheit". Fest steht, dass "Ebenheit" nicht von dem Wort "Ebene" abzuleiten ist. „Unter der scheinbar glatten Hülle (der"Ebenheit", Anmerkung des Verfassers) verbirgt sich ein Wortstamm, der auf altdeutsch "almeinde" ("Gemeinbesitz") zurückgeht. So wurde das Wort vom Volk unverständlich über die Jahre geändert. " Elm´nde" und " Em´nde" woraus in der Mundart "Emnet" bzw. " Ebnet" wurde. Daraus ergab sich die entstellte Form Ebenheit.( "Heit" - " Haupt) Die eigentliche Bedeutung des Wortes erlosch im 16. und 17. Jhd. Als schließlich der Neue Markt nicht mehr dem ständig wachsendem Marktverkehr genügte, wurde der Platz vor dem Stift, die sog. Ebenheit, seit 16 Jh. zum Markt bestimmt. Für die Entstehung des Platzes gibt es mehrere Annahmen: 1. An dieser Stelle lag ein „Curtis“ ein fränkischer Königshof, auf dessen Fläche das Kloster gegründet wurde. Die Bürger bauten ihre Siedlung außerhalb dieses Königshofes. 2. Die Bürger bauten ihre Siedlung aus Respekt vor dem Kloster in einer gewissen Entfernung. Die Freifläche bildete die Domfreiheit, wie man sie auch in anderen Städten findet. 3. An der Stelle des heutigen Marktplatzes gab es zu Zeiten der Ungarneinfälle eine Umfriedung zum Schutz der Bevölkerung der Umgebung. Die sich an den ummauerten Stiftsbezik anschließenden Befestigungslinien könnten sich parallel zu den Häuserfronten am heutigen Marktplatz befunden haben. (Siehe auch Burggasse und Am Markt) Seit dem 17. Jhd. wurde dann "Ebenheit" durch die neue Bezeichnung "Markt" ersetzt.

Mistegasse: Die Mistegasse befindet sich zwischen Hospitalgasse und der Johannesstraße. Sie ist auf den meisten Stadtplänen gar nicht erwähnt und nur selten eingezeichnet. Über diese Gasse erreicht man die Rückseiten der Häuser, deren Vorderseiten entweder der Hospitalgasse oder der Johannesstraße zugewandt sind. Sie hat ihren wenig schmeichelhaften Namen daher, dass über sie der „Mist“, also der Stalldünger, abgefahren wurde und stammt aus der Zeit, als Hersfeld noch eher landwirtschaftlich-kleinbäuerlich geprägt war.



Mistegasse früher




Mistegasse heute vom Brink her gesehen.


Neumarkt: Der ursprüngliche (Wochen-)Markt lag vermutlich auf dem Rathausvorplatz und in den umliegenden Gassen. (Siehe auch Unter den Hütten) Durch das Anwachsen der Stadt wurde es nötig, einen größeren Mauerring zu ziehen, nämlich denjenigen, den wir heute noch im Stadtbild erkennen können. Er wurde um das Jahr 1230 begonnen und in der Mitte des 14. Jahrhunderts fertiggestellt. Im Rahmen dieser Stadterweiterung wurde auch der Markt auf den `Neumarkt´ verlegt. Er lag zwischen dem Hanfsack und dem Minoritenkloster, wo sich heute die Konrad-Duden-Schule befindet. Der heutige Marktplatz allerdings hieß ursprünglich "Die Ebenheit" und stellt die Restfläche dar, die zwischen den beiden Siedlungen des Stifts und der Marktsiedlung (der sich entwickelnden Stadt) lag. (Siehe auch Marktplatz und Burggasse)



Neumarkt




"Alte Klosterschule", heute "Konrad-Duden-Schule" am Neumarkt 33 (Altbau).
Das nach der Reformation leer stehende ehemalige Franziskanerkloster beherbergte seit 1570 die von Abt Michael gegründete Klosterschule: der heutige "historische" Altbau. Am 01. Juli 1909 erfolgte die Einweihung des Erweiterungsbaues des nunmehr "Königlichen Gymnasiums - Die "Alte Klosterschule" an der westlichen Grundstücksgrenze entlang der Rosengasse zum Neumarkt hin: der heutige Altbau der Konrad-Duden-Schule. Von 1876 bis1905 war Dr. Konrad Duden (1829-1911), der "Vater der deutschen Rechtschreibung", Direktor des königlich-preußischen Gymnasiums.


Neben der "Alten Klosterschule" gab es in der Straße "Neumarkt" noch eine weitere Schule, die "Luisenschule" am Neumarkt 11. Nach den Plänen von Leonhard Müller, Landbaumeister in Hersfeld von 1827 bis 1851, wurde das 1829 begonnene und 1836 eingeweihte klassizistische Schulgebäude der Bürgerschule am Neumarkt 11 errichtet, das lange Zeit als das schönste Schulgebäude Hessens galt. Während man sonst in der Stadt noch in Fachwerk baute, war dies das erste Gebäude, das ganz aus gebrannten Ziegelsteinen errichtet wurde. Im Jahre 1910 wurde die Schule anlässlich des hundertsten Todestages von Königin Luise in „Luisenschule“ umbenannt. Nach dem Umzug der Bürgerschule in die „Nordschule“ (Vitalisstraße 9) befand sich in dem Gebäude das Lyzeum, ein Mädchengymnasium.



Luisenschule


Obere Frauenstraße: Straße vom Marktplatz zum ehemaligen Frauentor hin. (Siehe auch Am Frauenberg, Klausstraße und Johannestor)



Obere Frauenstraße




Frauentor; rechts hinten das ehemalige Torwärterhaus (kleines Haus mit Sandsteinsockel)


Pfeifergasse: Die Pfeifergasse ist eine kleine Gasse zwischen Enge Gasse-Unter den Hütten-Hanfsack einerseits und der Wallengasse andererseits. In ihr wohnten sicherlich die Stadtpfeifer. So heißt es über die Pfeifergasse in Salzburg etwa: „ …. Die Pfeifergasse war die Gasse der Spielleute und Berufsmusiker. Unter Pfeifern waren nämlich Musiker (Spielleute) im Allgemeinen und Holzblasinstrumentespieler im Städtischen Dienst im Besonderen zu verstehen. Die Aufsicht über die Pfeifer hatte ein `Spielgraf´, ein Amt, das in Salzburg zuerst im Jahre 1488 urkundlich erwähnt ist. ……“ (Quelle: Wikipedia)



Pfeifergasse


Peterstor: Ein weiteres altes Stadttor war das Peterstor. Es befand sich am Eingang der Breitenstraße zwischen der ehemaligen Gaststätte „Eckchen“ und der Bismarck-Straße.



Am ehemaligen Peterstor mit Blick auf die Breitenstrasse.


Ransen: Der `Ransen´ ist Verbindungsweg zwischen `Am Rainchen´ und `Vorderer Steingraben. Die Benennung „Am Ransen“ findet sich ebenso wie Sack und Tasche (wofür auch Liere = Jagdtasche vorkommt) öfters als Flurname wie als Straßenbezeichnung. Besonders häufig findet sich „Ransengasse“ in Oberdeutschland. (Siehe auch Am Perfort, Uffhäuser Straße)

Rennhöfchen: Aufgrund des Bedarfes an Wasser für ihr Gewerbe siedelten die flämischen Tuchmacher in Hersfeld nach der Geis hin. Dort erinnert noch der Straßennamen “Rennhöfchen”, einer Nebengasse zur Unteren Frauenstraße, an den “Rahmhof” (Rahmenhof), das Zunfthaus der Tuchmacher, und den Platz für die Tuchrahmen. (siehe auch Vlämenweg) Die Tuchmacher gehörten zu den bedeutendsten Handwerkszünften in Hersfeld.



Rennhöfchen


Rittergasse: Die Rittergasse verbindet die Klausstraße mit der Straße „An der Obergeis“. Hier standen vermutlich steinerne Häuser von ritterbürtigen Herren, die als Ministerialen der Abtei in der Stadt lebten. Eines dieser Häuser ist erhalten geblieben. Es wird heute noch die Kemenate genannt und ist noch weitgehend unverändert erhalten. "Die frühe „burgenkundliche“ Literatur des 19. Jahrhunderts sah in der Kemenate einen mittels Kamin oder Kachelofen beheizbaren Wohn-und Arbeitsraum in einer Burg . (Althochdeutsch = cheminâta. Begriffsverwandtschaft mit frz. cheminée, engl. chimney). Allerdings steht der Terminus Burg in diesem Zusammenhang, dem Minnesang und den damaligen Vorstellungen einer Burg entsprechend, eher für ein Idealbild. Die Kemenate wäre demnach - falls sie den einzigen beheizbaren Raum darstellte - vornehmlich Frauen, Rittern und Adligen vorbehalten. ......." (Wikipedia) Das Gebäude wird auf das 11. oder 12. Jahrhundert datiert und ist damit das älteste weltliche Gebäude in der Stadt. Es steht als Hinterhaus der Klausstraße 34 gewissermaßen in der zweiten Reihe bezogen sowohl auf die Klausstraße wie auch auf die Rittergasse.



Rittergasse




Kemenate


Rosengasse: Diese Gasse führt längs der alten Stadtmauer. Sie hieß ursprünglich „Hinter der Mauer“. Dort lebten häufig Leute mit verrufenen Berufen wie z. B. Henker, Schinder (Abdecker), Huren u.s.w. oder Leute, die nicht reich waren. So diente diese Gasse als auch Wohnort für Menschen der unteren sozialen Schicht. Da die Gasse sehr verrufen war und man nicht in einer Henker-, Schinder- oder Hurengasse oder „Hinter der Mauer“ wohnen wollte, wurde sie in Rosengasse umgetauft. Ähnliche Umbenennungen finden sich auch in anderen Städten.



Rosengasse von der Hainstraße aus; sie liegt hinter der Stadtmauer, von der ein Rest noch rechts hinter den Bäumen zu erkennen ist.


Rosmariengasse: Bennennung ähnlich `Rosengasse´. (Siehe auch Rosengasse) Die Rosmariengasse ist eine kurze Nebengasse zur Breitenstraße und liegt dort, wo früher einmal das Peterstor war.

Schlippental: Man sagt häufig, die Straße macht eine große Schleife, d. h. sie macht einen Bogen oder einen Umweg. So bezeichnet „Schlippental“ wohl eine Talkrümmung.

Südtor: Auf dem im Januar des Jahres 775 Quierzy abgehaltenen Reichstag nahm der König das Kloster in seinen und seiner Nachkommen Schutz und gab ihm außergewöhnliche Vorrechte. So erhielt es z.B. das Recht der freien Abtswahl durch die Mönche und die Befreiung von jeder bischöflichen und gräflichen Gewalt. Dadurch wurde die Abtei dem König unmittelbar unterstellt und die spätere Stellung des Abtes als Reichsfürst angebahnt. Das Kloster bekam zahlreiche Schenkungen wie Landbesitz, Ortschaften, Zehntabgaben, Kirchen u.s.w. Das bewies Karls Gunst. Das Kloster hatte in karolingischer Zeit bereits rund 60.000 Morgen Land in Besitz der sich auf 132 Orte verteilte. Davon lagen 93 Orte mit ¾ des gesamten Grundbesitzes in Thüringen und zwar größere Gebiete bei Gotha und an der Unstrut. In jüngerer Zeit hat man das Südtor im Stiftsbezirk ausgegraben, restauriert und in den heutigen Zustand versetzt. Nach ihm wurde der davor liegende Platz genannt.



Südtor


Uffhäuser Straße: Zwei von dem Marktplatz nach der Stadtmauer blind zulaufende Gassen hießen früher das „Vordere“ und das „Hintere Lierloch“. Diese alten Straßen wurden später umbenannt und heißen heute Uffhäuser Straße und Burggasse. Die Benennung „Liere“, was eigentlich Jagdtasche bedeutet, bezeichnete Gassen, die ebenso sowie „Ransen“ und „Sack“ ohne eine zweite Öffnung auf die Stadtmauer zuliefen. Im 19. Jhd. durchbrach man an der Stelle des Vorderen Lierlochs - jetzt "Oefhäuser Gaßse" genannt - die Stadtmauer und baute ein so genanntes Chauseetor ein. Seine Pfeiler stehen heute im Stift in der Nähe des Katharinenturms. (Siehe auch Am Perfort und Ransen) (vergl.: wikipedia.org, "Liste von Straßen und Plätzen in Bad Hersfeld")

Unter den Hütten: Nebengasse des "alten Marktes" vor dem Rathaus zum Hanfsack hin, wo die Hütten der Metzger (Fleischhütten) standen, in denen sie ihre Fleischwaren auf dem Wochenmakt feilboten. Diese “Fleischhütten” sind noch in einem Stadtplan vom Jahre 1700 eingezeichnet. (siehe auch Neumarkt)



Unter den Hütten


Untere Frauenstraße: Straße vom Kirchplatz zum ehemaligen Frauentor hin. (Siehe auch Am Frauenberg, Klausstraße und Johannestor)



Untere Frauenstraße




Raid´sches Haus in der Unteren Frauenstraße. Bathasar Raid war der erste eigentliche protestantische Prediger in der Stadtkirche Hersfelds.


Vlämenweg: Wahrscheinlich am Anfang des 13. Jahrhunderts (im Jahre 1264 urkundlich erwähnt) kamen wegen Übervölkerung und allerlei Kriegsnöte vertriebene Tuchweber aus Friesland und Flandern in unsere Stadt, wo sich innerhalb der Stadt vor dem Frauentor eine flämische Kolonie gebildet haben mag. Sie gewannen bald bei ihren Handwerksgenossen so großen Einfluss, dass die Wollweber in den Urkunden kurz die Fleminge (von Flamen) genannt wurden. Zwischen Klaus- und Frauentor mögen sie wohl ihre Stoffe zur Bleiche ausgelegt und ihre Spannrahmen aufgestellt haben. (siehe auch Rennhöfchen) An diese Flamen erinnert noch heute der Flurname “Hinter den Flehmen” und eben auch der Vlämenweg.

Vorderer Steingraben: Siehe „Hinterer Steingraben“.



Vorderer Steingraben früher




Vorderer Steingraben heute


Wallengasse: Sie ist eine kleine Straße zwischen Linggplatz und Neumarkt. Bei dem Namen Wallengasse ist eine Erklärung schwer. Er ist möglicherweise von den Walkern abzuleiten, die das feuchte Wollgewebe zur Verfilzung der Wollhaare durchkneteten. Da sie neben der Webergasse liegt, ist eine solche Deutung nicht unberechtigt. Wilhelm Schoof ist anderer Meinung. Er schreibt, es sei wahrscheinlicher, dass die Wallengasse nach einem angesehenen Patrizier namens Dominus Lodevicus Walde benannt worden sei. “Ludwig Walde lebte im 14. Jahrhundert in Hersfeld und hatte sein Haus und seine Hofstätte am Neumarkt an der Ecke der Wallengasse durch Testament dem Probst und Konvent zu Kreutzberg (heute Philippstahl) vermacht. Ein anderer Hersfelder Bürger gleichen Namens, Konrad Walde, wohl ein Bruder des Genannten, lebte um die gleiche Zeit als Priester und Vikar am Spital zu St Johannistor. Neben diesen beiden wird ein Ritter, Herr Symon von dem Walde, urkundlich erwähnt. Der Titel Dominus für Ludwig Walde lässt darauf schließen, dass dieser entweder ein Laie in angesehener ritterbürtiger Stellung (Ritter, Schöffe oder Schultheiß) oder ein Geistlicher war, dem dieser Titel zustand. Aus verschiedenen Urkunden von 1301 bis 1367 läßt sich ein Priester und Kapellahn in Hersfeld nachweisen.” Das Haus und die Hofstätte von Ludwig Walde wird noch einmal in einer Urkunde aus dem Jahre 1367 erwähnt. Der Probst und der Convent verkaufen einen Zins von beiden (für “huse und hobistad”) den Klausnern auf dem Frauenberge. Beides sei “Bey noldis Trenne und syner erb gelegen, zu Hersfelde Uffe deme nuwemarte, daz uns her Lodewig Walde prister selgis gedechtnissis dar Uffe beschit zu eyme ewige Testamente, ..............” (bei Katharina Nolde und ihren Erben zu Hersfeld auf dem Neumarkt gelegen, das uns Herr Ludwig Walde, Priester seligen Angedenkens, darauf zu einem ewigen Testament beschieden, .........)



Wallengasse


Webergasse: Der Name Webergasse erklärt sich von selbst. In dieser Gasse wohnten und arbeiteten Weber. Sie ist ebenfalls eine kleine Straße zwischen Linggplatz und Neumarkt.



Webergasse


Weinstraße: Die heutige Weinstraße hieß eigentlich “Schusterstraße”. Doch nach der Verlegung des Marktes vom Rathausplatz auf den Neumarkt und der Vergrößerung der Stadt wohnten die Schuster sicher nicht mehr nur in der Schustergasse, sondern auch in anderen Teilen der Stadt. Deshalb verlor dieser Name an Bedeutung. Die Schustergasse wurde im 16. Jhd. in “Weingasse” umgetauft, deren Name sich zuerst 1592 in Urkunden findet. Sie wurde nach dem in der Straße stehenden Weinhaus, benannt. Im Volksmund heißt sie heute Winggaß, wodurch bestätigt wird, dass die Herleitung aus Wagen-(Wayn)Straße nicht in Frage kommt. Die eigentliche Wagenstraße war vielmehr die Breitenstraße.



Weinstraße vom Rathaus aus gesehen




Obere Weinstraße früher, Blick zum Linggplatz




Weinstraße vom Linggplatz aus gesehen, früher




Weinstraße vom Linggplatz aus gesehen, heute


Straßen, die auf historisch bedeutsame Ereignisse hinweisen:

Am Heyrings: Im Jahre 1003 schenkte Kaiser Heinrich II. der Reichsabtei Hersfeld den Heuringswald. Mit dieser Schenkung erhielt der prachtliebende Abt Bernhard, der auch etwa ab dem Jahre 1001 den Petersberg erbaute, ein Gebiet, dessen Grenze von Westen kommend bei Braach an die Fulda stieß, auf der linken Flussseite nach Süden bis zum "solium Gumberti" (die Einsiedelei des Gumbert) entlang führte, an dessen Stelle das heutige Blankenheim liegt, von dort dann über die Fulda nach Osten sprang, die Wüstungen "Ukevordi" (gegenüber von Blankenheim) und "inferior Nuuuisazi" (südlich von Ronshausen) berührte, den " Yubach (Ziehbach? bei Ronshausen) und die "Hirzlaha" (Grabensenkung "Im HörseI") in deren Oberlauf überschritt und dann in das Bachbett der "deserata Herafa" (Taube Herfa) eines linksseitigen Zuflusses der Herfa, gelangte, in dem sie abwärts ging. Franz Carl Theodor Piderit, Pfarrer und dritter Lehrer am Gymnasium zu Bad Hersfeld, das sich übrigens in den Gebäuden der heutigen Konrad-Duden-Schule befand, schreibt in seinem Buch aus dem Jahre 1829 folgendes: "Einen Theil der Ebene, wo jetzt der Eichhof steht, beschattete damals ein Eichenwald, (ein Theil des Heuringswaldes, welcher unter dem Namen Eherinenverst in einer Urkunde von 1070 vorkommt) von welchem wir die letzten Reste, einzelne, mächtige Eichbäume, welche hin und wieder an der Straße dem Wanderer ein Ruheplätzchen verschafften, in unseren Tagen fällen sahen." Somit ergibt sich, dass sich hinter dem Straßennamen “Am Heyrings” heute noch die Erinnerung an den Namen eines uralten, ehemals großen Waldgebietes unserer Heimat verbirgt. Diese kleine Straße liegt am Südausgang der Kernstadt zum Eichhof hin neben der B62.

Gerwigstraße: Unter Abt Albrecht von Buchenau.(1418-1438) gab es erneut Streit (siehe auch Simon-Haune-Straße) zwischen Stift und Stadt. Er hatte den an Fähigkeit und Reichtum gleich ausgezeichneten Hermann Gerwig als Schultheißen eingesetzt. Dieser verfolgte die „hessische Politik“. Er war es wohl, dem die Stadt ein Bündnis mit Landgraf Hermann zu verdanken hatte. Abt Albrecht war jedoch der Gedanke, den Bürgern gegenüber nur die Scheinfigur eines Fürsten darzustellen, unerträglich. Er ließ Gerwig verhaften. Er soll ihn im Kerker des Eichhofes haben verhungern lassen. Die nach Gerwig benannte Straße führt von der Simon-Haune-Straße zum Kurpark.

Lullusstraße: Nach Bonifatius’ Tode trat Lull als Bischof von Mainz sein Erbe an. Er geriet aber bald in Streitigkeiten mit Sturm, dem Abte von Fulda. Im Jahre 769 gründete Lull das Kloster Hersfeld an der Stelle, an der schon vorher Sturmius, wie Lullus ein Schüler des Bonifatius, ein Kirchlein (736) errichtet hatte. Karl d. G. unterstützte Lull tatkräftig bei seinem Vorhaben. Lull hat es verstanden, seine Stiftung zu Reichtum und Ehre zu bringen, insbesondere gelang es ihm, König Karl für sein Kloster dauernd zu interessieren. Auf einem am 5. Januar 775 in Quiercy abgehaltenen Reichstage nahm der König das Kloster in seinen und seiner Nachkommen Schutz und gab ihm außergewöhnliche Vorrechte. Am 16. Oktober 786 starb Lullus und wurde in der Klosterkirche nach seinem Willen beigesetzt. Nach ihm wurde die Lullusstraße benannt. Sie verbindet die Wigbert- und die Wittastraße.

Simon-Haune-Straße: Die Stadt Hersfeld weigerte sich oftmals, ihrem Landesherren die von diesem geforderten Steuern zu zahlen, so dass Abt Berthold von Völkershausen im Jahre 1371 das Reichshofgericht anrufen musste. (Siehe auch „Sternerstraße“) Die Burgmannen und die Knechte des Abtes sollten zusammen mit den Sternerrittern aus der Nachbarschaft wie Eberhand von Buchenau, Simon von Haune, zwei Herren von der Tann und anderen (Siehe auch „Sternerstraße“) in der Nacht vom 27. auf den 28. April 1378 die Stadt erstürmen. Die Vorbereitungen wurden in aller Heimlichkeit getroffen. Doch Simon von Haune konnte das mit seiner ritterlichen Ehre nicht vereinbaren und kündete durch einen Brief, den er am Peterstor abgeben ließ, der Stadt die Fehde an. Daurch waren die Hersfelder Bürger rechtzeitig gewarnt und konnten den Angriff der Sterner-Ritter abwehren. Nach Simon von Haune wurde das Straßenstück zwischen Gerwigstraße und Meisebacher Straße benannt.

Sternerstraße: Wegen des verstreuten Besitzes des Klosters hatten die Äbte oft Streit mit den Herren der Nachbarschaft. Fehden, die viel Geld kosteten, wurden ausgetragen und nicht immer gewonnen. Die Äbte machten deshalb Schulden. Rechte gingen verloren. Die Stadt Hersfeld weigerte sich oft, die von ihr geforderten Steuern zu zahlen, so dass Abt Berthold von Völkerhausen im Jahre 1371 das Reichshofgericht anrufen musste. Nachdem auch die Kaisermacht im deutschen Reiche immer mehr zerfallen war, versuchten einige größere Fürsten im Reiche, ihre Macht zu Lasten der kleineren Herrschaften auszudehnen. Diese schlossen sich in unser Gegend unter der Führung des Grafen von Ziegenhain zum Sternerbund zusammen. Er führte in seinem Wappen einen Stern. Nach diesem Stern benannte sich der Sternerbund. Zu ihm gehörte auch der damalige Abt von Hersfeld, Abt Berthold von Völkerhausen. Die Sternerstraße beginnt an der Simon-Haune-Straße.

Wigbertstraße: Wigbert war ein frommer Freund von Bonifatius. Bonifatius übergab seinem Freund die Missionsschule in Fritzlar. Wigbert starb 728. Im Jahre 780 lässt Lullus die Gebeine des Hlg. Wigbert, des ersten Abts von Fritzlar und Erzieher des Sturmius, von Büraberg bei Fritzlar nach Hersfeld überführen. Das Kloster wird dadurch zum Wallfahrtsort. Die Wigbertstraße beginnt an der Kreuzung mit den Straßen `Am Kurpark, Nachtigallenstraße und Eichhofstraße und führt zur neuen Jugendherberge.

Wittastraße: Witta war ein Wegbegleiter des Bonifatius und wie dieser angesächsischer Herkunft. Nachdem Bonifatius das neue Missionsbistum Büraburg gegründet hatte, setzte er Witta als Bischof ein. Nach seinem Tod wurden die Gebeine 760 nach Hersfeld gebracht und in der Sturmiuskapelle beigesetzt. Dadurch wurde Hersfelds Bedeutung als Wallfahrtsort weiter gestärkt. Nach Witta wurde die Straße benannt, die von der Straße `Am Kurpark´beginnend an der Stadthalle vorbeiführt.





Bildnachweis

Eigene Bider

Hersfeldfotos von Erwin Walk

Fotos von Fam. Viering

Fotos von Klaus Strippel



Literaturhinweise

Bramm, Dr. Otto: Kulturhistorische Bodenfunde unter dem Neubau der Kreis- und Stadtsparkasse am Rathaus, in Bad Hersfelder Jahresheft 1971, S. 35ff

Demme, Louis: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Erster Band, Betrifft die Zeit bis zu Beginn des 30jährigen Krieges. Mit 122 Beilagen. Hersfeld 1891. Verlag von Hans Schmidt

Demme, Louis: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Zweiter Band, Betrifft die Zeit von Beginn des 30jährigen Krieges bis zu Beginn des 7jährigen Krieges. Mit 82 Beilagen. Hersfeld 1893. Verlag von Hans Schmidt

Demme, Louis: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Dritter Band, Betrifft die Zeit bis zu Beginn des 7jährigen Krieges bis einige Jahre nach der westfälischen Zeit. Mit 77 Beilagen. Hersfeld 1900. Verlag von A. Webert

Der Große Brockhaus, sechzehnte, völlig neubearbeitete Auflage in zwölf Bänden, F. A. Brockhaus Wiesbaden 1957

Hessischer Städteatlas, Lieferung I,2, Bad Hersfeld, Textheft, Herausgeberin: Ursula Braasch-Schwersmann, Bearbeiter Holger Th. Gräf, Kartographie: Anna Schulze, Peter Zientkiewicz, Marburg 2007, Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde, Druck: Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation, Wiesbaden und VDS Verlagsdruckerei Schmidt, Neustadt an der Aisch. ISBN 978-3-87707-649-1

Hörle, Josef: Der Stadtplan erzählt Hersfelds Frühgeschichte, in: Die Stiftsruine, 28. Jg./1938, S. 44 ff (zitiert nach Kulturdenkmäler in Hessen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg III, Stadt Bad Hersfeld)

Kulturdenkmäler in Hessen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg III, Stadt Bad Hersfeld, herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Thomas Wiegand

LEBEN UND WUNDERTATEN DES HEILIGEN WIGBERT, Lupus Servatus: Das Leben des heiligen Wigbert - Die Wundertaten des heiligen Wigbert, herausgegeben, eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Michael Fleck, ISBN: 978-3-942225-04-5, Marburg 2010

Lipphardt, Konrad: Beiträge zur Geschichte Bad Hersfeld und Umgebung, Stationen und Wegmarken, LIBRI-books on demand, ISBN 3-8311-0555-3

Mein Heimatland, Zeitschrift für Geschichts-, Volks- und Heimatkunde, Beilage zur Hersfelder Zeitung und zum Hessischen Boten Nr. 6, 1923/4 und 7, 1925: Schoof, Wilhelm, Die Straßennamen Hersfelds

Mein Heimatland, Zeitschrift für Geschichts-, Volks- und Heimatkunde, Beilage zur Hersfelder Zeitung und zum Hessischen Boten, Nr. 14, 6. Bd., 1924

Mein Heimatland, Zeitschrift für Geschichts-, Volks- und Heimatkunde, Beilage zur Hersfelder Zeitung und zum Hessischen Boten, Nr. 1, 7. Bd., 1925

Neuhaus, Wilhelm: Geschichte von Hersfeld, Von den Anfängen bis zur Gegenwart, 2. Auflage, Hans Ott-Verlag , Bad Hersfeld

Piderit, Franz Carl Theodor: Denkwürdigkeiten von Hersfeld, Hersfeld 1829, im Industrie-Comptoir

Schoof, Wilhelm: Straßennamen als Geschichtsquelle, mit besonderer Berücksichtigung der Hersfelder Straßennamen, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, herausgegeben von Robert Friderici, 1953 Band 64, Bärenreiter-Verlag Kassel und Basel, S. 18-28

Wikipedia online-Lexikon

Ziegler, Elisabeth: Das Territorium der Reichsabtei Hersfeld, Schriften für Landeskunde von Hessen und Nassau in Verbindung mit Marburger Fachgenossen herausgegeben von EDMUND STENGEL, 7. Stück, N.G. Elwert´sche Buchhandlung (Kommissionsverlag), Marburg 1939




Besuchen Sie auch meine Seiten über die Einflußnahme des Landgrafen Moritz in die Hersfelder Verhältnisse, Hersfelder Geschichte, Mecklar, Entstehung und Entwicklung bis 1600, Kathus - Alter und erste gesicherte urkundliche Erwähnung, August Gottlieb, Benno Schilde, Adolph Wever, Das Lullusfest in Bad Hersfeld, Die Alte Klosterschule in Bad Hersfeld, Die Hersfelder Mückenstürmer, Kulturbund Bad Hersfeld e. V.,und die Handwerker in Bad Hersfeld




Konrad.Lipphardt@t-online.de



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