1. Wie entstanden Städte im Mittelalter

Viele unserer Städte haben eine lange Geschichte. Ihre Herkunft spiegelt sich manchmal noch in der "Altstadt" solcher Städte. Auf der Suche nach ihren Ursprüngen müssen wir schon weit zurückgehen, sind doch ältesten Städte auf deutschem Boden römischen Ursprungs. Eine zweite Wurzel der Städte im Mittelalter stellen die Kaufmannssiedlungen dar. Sie sind vor allem an Küsten und Flussmündungen oder auch dort zu finden, wo sich Handelswege kreuzten. Auch Klöster bildeten oft den Kern eines zentralen Ortes, der sich zur Stadt entwickelte. Hersfeld war nun ein Ort, der sich in Anlehnung an ein Kloster entwickelte. Aber auch mittelalterliche Fernwege kreuzten sich hier. Die „Kurzen Hessen“, eine Straße von Frankfurt nach Leipzig, überquerten hier die beiden Flüsse Fulda und Haune, und von Norden her kam ein Weg vom Wehneberg, der ebenfalls die Fulda überquerte und über den Johannesberg auf der Höhe weiter nach Fulda führte. Je stattlicher sich nämlich der Besitz und die Einnahmen des Klosters entwickelten, um so weniger konnten sich die Mönche selbst um die wirtschaftlichen Dinge kümmern. Sie zogen dafür immer mehr abhängige Leute als Arbeiter heran, die zwar auf dem klösterlichen Gutshof beschäftigte wurden, sich aber größtenteils außerhalb des Klosters an seiner Nord- und Ostseite ansiedelten. Diese nahe den Mauern des Klosters gelegene kleine Ansiedlung wurde durch verschiedene Umstände in ihrer Entwicklung gefördert. Die großen Kirchenfeste zu Ehren der Heiligen Lull und Wigbert zogen Händler und Handwerker an, denen sich hier Gelegenheit bot, ihre Waren anzubieten und an den Mann zu bringen. Im Jahre 1086 wird unsere Stadt von den vereinten Heeren der Bischöfe von Magdeburg und Halberstadt belagert und von einem Heer Kaiser Heinrichs II. gerettet. Danach muss die Stadt damals bereits vollständig befestigt gewesen sein




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